Der „Kunst- und Sinnespfad Eningen“ ist die Idee einer Gruppe von Eninger Künstlerinnen und Künstlern, Architekten, Physiotherapeuten und Beratern aus der Gemeinde. Ziel ist es, Eningen mit verschiedenen Installationen „eine Mitte zu geben“ und gleichzeitig bei Bürgern und Besuchern das Wahrnehmungsvermögen positiv zu beeinflussen und die körperliche Beweglichkeit zu fördern.

Darüber hinaus, soll der Kunst- und Sinnespfad auch die künstlerischen Wurzeln Eningens aufgreifen (in Eningen lebten und wirkten viele Künstler, wie z.B. HAP Grieshaber).

Als Wegweiser des Kunst- und Sinnespfades soll der „Eninger Krämer“ dienen. Damit möchte die Gemeinde an die lange Krämertradition Eningens im 18. und 19 Jahrhundert erinnern. Der überwiegende Teil der damals 5.000 Eninger unternahm regelmäßig Reisen durch Württemberg, Baden und Bayern, um auf Jahrmärkten und Messen seine Waren feil zu bieten. Der „Eninger Krämer“ soll als Schattenrissfigur an Gebäuden den Weg durch den Ort weisen und zu den Einzelstationen des Kunst- und Sinnespfades führen. Der Pfad verbindet verschiedene öffentliche Plätze, den Pfarrgarten, das Spital etc. Geplant sind z. B. Installationen, welche die Orientierung der reisenden Krämer, die ihre wachen Sinne zwingend gebraucht haben, thematisieren. Über eine Art Trainingsparcours (durch ansässige Physiotherapeuten geplant), der Gleichgewichtsübungen im Freien ermöglicht, können zudem die Bewohner der beiden Altenheime im Ortskern einbezogen werden.

An der Gestaltung und Pflege einzelner Stationen bzw. Installationen wollen sich verschiedene Gruppen beteiligen (z.B. das „Mädchen-Café“ um das geplante Kräuterhochbeet, die Achalm-Schule um Klangspiele). Neben der auf inhaltlicher Ebene „sinnesübergreifenden“ Komponente (Seh-, Geruchs-, Gehör-, Gleichgewichtssinn) zeichnet sich das Projekt auf der praktischen Ebene auch durch eine „generationenübergreifende“ Komponente aus.

Aktionen zum Projekt haben im vergangenen Jahr schon stattgefunden. In den kommenden drei Jahren soll der Kunst- und Sinnespfad vervollständigt werden.

Für 2009 werden folgende Installationen umgesetzt:

  • Installation „Nordstein“: Gekrümmte Säule (Höhe ca. 3 m) mit eingesägtem Beobachtungsfenster; Ziel: Aufzeigen der Nordrichtung und Bedeutung der Kenntnisse über die Himmelsrichtungen für die Krämer bei ihren Handelsreisen
  • Aufstellen zweier von vier Körpertrainern zur Sturzprophylaxe
  • Steinpyramide für Duftpflanzen: Es fallen lediglich Materialkosten an, da die Arbeiten komplett durch eine Pfadfindergruppe umgesetzt werden können.

Das Projekt trägt den Handlungsfeldern „Erhaltung des historisch-kulturellen Erbes“ und „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im Biosphärengebiet Rechnung.