Derzeit wird ein Besucherlenkungskonzept für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb erstellt mit dem Ziel, eine Bestandsanalyse durchzuführen und darauf aufbauend geeignete Lenkungsmaßnahmen zu entwickeln. Wichtig für mögliche Lenkungsmaßnahmen ist, Besucher vermehrt auf öffentliche Nahverkehrsmittel umzuleiten. In der Bestandskarte des Konzeptes sind mehrere Schwerpunkte zukünftiger Maßnahmen ausgewiesen worden. Ein Schwerpunkt ist die Gemeinde Lenningen, die an den Wochenenden sehr stark vom Individualverkehr durch Besucher des Albtraufs betroffen ist.

Die Gemeinde Lenningen ist einerseits mit der Teckbahn an das überörtliche Schienennetz in Richtung der Region Mittlerer Neckarraum gut angeschlossen. Andererseits gibt es Mängel bei örtlichen Busverbindungen an Wochenenden in Richtung Albhochfläche. Bisher gibt es nur eine Busverbindung bis Donnstetten im Landkreis Reutlingen.

Der Landkreis Esslingen beabsichtigt aus den oben genannten Gründen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Reutlingen und den beteiligten Kommunen einen zusätzlichen Fahrrad- und Wanderbus an Sonn- und Feiertagen einzurichten. Der Bus soll im 2-Stundentakt vom Bahnhof Oberlenningen über das Lenninger Tal nach Römerstein fahren. Der Betreiber ist die Fa. Regionalbus Stuttgart (RBS). In die neue Linie sollen Attraktionen wie der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen, die Hofkäserei Ziegelhütte, das Naturschutzzentrum Schopfloch und das Randecker Maar eingebunden werden. In Zainingen wird der Bus zukünftig Anschluss an den neuen „Biosphären-Bus“ haben der ebenfalls ab dem 1. Mai dreimal täglich an Sonn- und Feiertagen rund um den ehemaligen Truppenübungsplatz fahren wird.

Um die neue Buslinie von Beginn an für die Besucher attraktiv zu gestalten, sollen die Busse mit Fahrradanhängern und zugehörigen Anhängerkupplungen ausgestattet werden. Mit den Anhängern können jeweils 20 Räder transportiert werden. Anhänger und Kupplungen bleiben im Eigentum des Landkreises Esslingen und werden mittels Überlassungsvertrag an die RBS verliehen.

Die nach Abzug der Einnahmen entstehenden Defizite für den Betrieb werden für die nächsten drei Jahre von den Landkreisen Esslingen und Reutlingen übernommen. Der Bus soll jeweils vom 1. Mai bis Ende Oktober fahren und in einer dreijährigen Pilotphase erprobt werden. In dieser Zeit werden Fahrgastzählungen und - befragungen durchgeführt.

Ein wichtiges Projekt, das insbesondere den Raum Römerstein und den ehemaligen Truppenübungsplatz an den Mittleren Neckarraum anbindet sowie die Bewohner der Gemeinde Lenningen an Sonn- und Feiertagen vom Autoverkehr entlastet.

Anmerkung: Eine Förderung im Bereich des ÖPNV soll - um den Fördertopf des Biosphärengebiets nicht zu überlasten - ausschließlich bei neuen Buslinien im kleinen investiven Bereich erfolgen. Laufende Kosten können nicht bezuschusst werden.