Am Ortsrand von Pfullingen steht ein altes, liebevoll restauriertes Bauernhaus. Haus und Garten wurden von seinem verstorbenen Eigentümer Peter Kramer über viele Jahre hinweg mit einer Fülle alter Gebrauchsgegenstände, Kunst- und Sammelobjekten, selbst geschweißten Skulpturen und anderen skurrilen Dingen gefüllt und gestaltet. Das eigensinnige Zusammenspiel des Hauses mit den Dingen darin regt den Besucher zum Nachdenken an und inspiriert ihn.

Nach dem Tod des Eigentümers und Übergang des Hauses an seine Tochter Sabine Kramer stellt sich die Frage nach der zukünftigen Verwendung des außergewöhnlichen Anwesens. Dazu hat Frau Kramer bereits im Jahr 2012 einen öffentlichen Kommunikationsprozess mit multimedialen Rundführungen, Einwohner-Befragungen, Fernseh- und Zeitungsbeiträgen gestartet.

Vor dem Hintergrund der Originalität des alten Bauernhauses möchte Sabine Kramer dieses als historisch-kulturelles Erbe und „lebendiges Gesamtkunstwerk“ bewahren, nutzen und weiterentwickeln. Das Haus soll zu einem Kulturbetrieb für Gäste und Einheimische mit angeschlossenem Café, Kiosk, Laden oder ähnlichem nach den Kriterien sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit entwickelt werden. Dabei sollen regionale Produkte aus dem Biosphärengebiet einbezogen werden. Gleichzeitig sollen Informationen über das Biosphärengebiet gegeben werden, die Weiterentwicklung zu einem Informationspunkt für das Biosphärengebiet im Rahmen der Informationszentren-Gesamtkonzeption ist möglich. Der Kulturbetrieb soll zur Wertschätzung von Originalität und Vielfalt in der sozialen und ökologischen Umwelt dienen, wobei der Fokus auf dem Einbezug von Menschen mit Behinderungserfahrungen und alten Menschen im Betrieb und bereits in der Konzeptionsphase liegen soll. Grundlage dafür bildet die einschlägige Berufserfahrung von Sabine Kramer und die bereits bestehenden vielfältigen Kontakte zu entsprechenden Einrichtungen sowie Vereinen und der Stadtverwaltung von Pfullingen.

Im Laufe eines interaktiven Prozesses soll hierfür zunächst eine tragfähige Nutzung erarbeitet werden. Dies schließt mögliche Nutzungsformen, Inhalte und wechselnde Themen in Zusammenhang mit einer nachhaltigen Lebensweise (z.B. Umgang mit Ressourcen, Einzigartigkeit von Mensch und Natur, Wert-schätzung des alten Handwerks, Biosphärengebiet) ein. Bereits in der Planungs- und Entwicklungsphase sollen neben Experten auch Menschen mit Behinderungserfahrungen und andere benachteiligte Personengruppen involviert werden, um Potenziale und Barrieren frühzeitig zu erkennen und einen Raum für barrierefreie Nutzung und Teilhabe zu schaffen. Haus und Garten sollen auch Klein- und Kleinstlebewesen als Heimat dienen (Erhaltung bzw. Neuschaffung von Nistmöglichkeiten, Insektenhotels etc.). Das integrierte Nutzungskonzept beinhaltet eine innovative, ganzheitliche Herangehensweise an das Thema Nachhaltigkeit und eröffnet neue Zielgruppen für das Biosphärengebiet.

Für die erste Phase beantragt werden die Erstellung der Gesamt-Planung (einschließlich rechtlicher Beratung im Hinblick auf die Organisationsform und Gemeinnützigkeit und Recherche von Fundraising-Möglichkeiten), ein Ausstellungs-Grundkonzept, die architektonische und energetische Beratung sowie eine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliches Engagement.

Schaffwerk
Provenceweg 3
72072 Tübingen