Im Rahmenkonzept des Biosphärengebiets Schwäbische Alb ist das Thema „Burgen und Herrschaft“ einer der ausgewiesenen Schwerpunkte bei der Erforschung und Bewahrung des historisch-kulturellen Erbes.

Die Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern hat sich als Projektträger in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft „historisch-kulturelles Erbe im Biosphärengebiet“ zur Aufgabe ge-setzt, diese prägenden baulichen und geschichtlichen Zeugnisse in der Region stärker in den Blickpunkt zu rücken. Es soll ein Internetportal und ein Informationsfaltblatt entstehen. Das Projekt verfolgt dabei Ziele in den Bereichen Bildung, Tourismus, Forschung, Denkmalpflege und Kulturlandschaft:

  • Bildung für nachhaltige Entwicklung: Informationen zur Geschichte einzelner Anlagen und deren historischem Kontext ermöglichen es Vereinen, Schulen und Hochschulen, solide erarbeitete Grundlagenkenntnisse unproblematisch und schnell abzurufen.
  • Nachhaltiger Tourismus: Burgen sind in der Kulturlandschaft ein wichtiges Element bei der touristischen Werbung und somit von Bedeutung für die Wertschöpfung im Biosphärengebiet. Die geplante Webpräsenz verbindet historische Informationen mit touristischen Hinweisen wie z. B. auf die regionale Gastronomie oder auf benachbarte touristische Ziele.
  • Forschung: Das Internetportal ist offen für Ergebnisse und Anliegen universitärer Forschung. Aktuelle Forschungsvorhaben wie z. B. die der Landesdenkmalpflege und der Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen oder der interdisziplinär angelegte Schwerpunkt „Burg und Herrschaft“ am Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen können ebenso eingebunden werden wie Ergebnisse des bereits geförderten Burgstellenprojekts des Landkreises Esslingen.
  • Denkmalpflege: Das Anliegen der Denkmalpflege, die historische Substanz zu schützen, soll stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Über Zielkonflikte wie z.B. die Nutzung von Denkmalen bei Geocachingaktionen und die Bewahrung der Bausubstanz wird informiert.
  • Auswirkungen auf die Entwicklung der Kulturlandschaft: Burgenstandorte hatten immer starke Auswirkungen auf die Nutzung der Kulturlandschaft um den Burgenstandort. Diese Einwirkungen sollen exemplarisch dargestellt werden. Beispiele sind Wege, Ackerterrassen, Steinriegel etc., die heute noch in der Landschaft sichtbar erhalten sind und stellenweise einen hohen ökologischen Wert beinhalten.

Ziel ist eine vollständige Erfassung der rund 120 im Bearbeitungsgebiet befindlichen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Burgen. Als Datengrundlage dienen die Denkmalsinventarisation der zuständigen Referate der Regierungspräsidien Stuttgart und Tübingen sowie die vorhandene Literatur. Für die Internetpräsenz wird ein Formular entwickelt, anhand dessen Baubestand und Geschichte beschrieben und mit Kontextinformationen (Anreise, Wanderwege, Gastronomie) versehen werden.

Die Homepage wird von fachlich ausgewiesenen Bearbeitern mittels eines Content-Management-Systems (CMS) befüllt. Die Homepagepflege versteht sich als dauerhafte Aufgabe, indem Anlagen auch sukzessive eingestellt und neue Erkenntnisse eingearbeitet werden.

Ein kostenfrei abzugebendes Faltblatt, das u. a. an den Informationspunkten des Biosphärengebiets ausgelegt wird, soll dazu dienen, bereits während der Aufbauphase möglichst breit über das Vorhaben und die Besonderheit des Burgenreichtums im Biosphärengebiet zu informieren. Das Faltblatt wird im Corporate Design des Biosphärengebiets erstellt.

Dieses Projekt bildet die Grundlage für weitere geplante Maßnahmen im Bereich „Burgen und Herrschaft wie beispielsweise Ausstellungen, Burgen-Apps, Ausstattung der Burgen mit neuen Informationsschildern etc. Die Umsetzung erfolgt unter Begleitung der Firma „Frank Graphik Design“ aus Kirchheim/Teck.

Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V
Berliner Str. 12
73728 Esslingen am Neckar