Die Schwäbische Alb ist ein Kernbereich der baden-württembergischen Wanderfalkenpopulation, aber in den zurückliegenden Jahren auch ein Ausbreitungs- und Ansiedlungsraum der sich wieder ausbreitenden Uhus. Beide Arten konkurrieren um Horstplätze, der Uhu ist darüber hinaus als nächtlicher Beutegreifer ein unmittelbarer Prädator des Wanderfalken. Auf der Schwäbischen Alb hat sich der Uhu in den letzten 25 Jahren stark ausgebreitet und in ganzen Landstrichen den Wanderfalken dauerhaft vertrieben oder zumindest Bruterfolge verhindert.

Im Rahmen des Projektes sollen anhand von Video-Aufzeichnungen das Brutgeschehen an einem Wanderfalken-Horst dokumentiert werden. So können für den der Verlauf der Brutzeit typische Verhaltensmuster im Detail aufgezeichnet werden.

Neben der wissenschaftlichen Fragestellung bietet das Projekt die Möglichkeit, die Bilder und Videos öffentlichkeitswirksam zu präsentieren, z.B. im Biosphärenzentrum und auf der Webseite des Biosphärengebiets. Aus umweltpädagogischer Sicht bieten sich insbesondere folgende inhaltliche Schwerpunkte an: Bedeutung der landschaftsprägenden Felsbiotope als Lebensraum, Räuber-Beute-Beziehungen und Greifvögel als attraktive Sympathieträger für den Natur-/Artenschutz.

Erwartete direkte und indirekte Naturschutzwirkungen: 

  • Erweiterte brutbiologische Erkenntnisse durch die detaillierte Dokumentation des Brutgeschehens an einem naturnahen Standort (Anmerkung: derzeit befinden sich die meisten Beobachtungssysteme / Horstkameras an Brutstätten von Gebäudebrütern, nicht an natürlichen Felsstandorten).
  • Exemplarische, inhaltliche Vertiefung des langjährigen Monitoring-Programms der AGW um Verhaltensbeobachtungen zur Brutzeit.
  • Öffentlichkeitswirksame Darstellung der gebietstypischen, jedoch schwierig zu beobachtenden Vogelart Wanderfalke.
  • Eine Integration der Beobachtungen in umweltpädagogische Konzepte wird angestrebt (z.B. über NABU, Biosphärenzentrum Schwäbische Alb). Bspw. ist für die Zielgruppe der Jugendlichen die Erstellung einer Webseite über den Wanderfalken unter Verwendung von Filmsequenzen angedacht.
  • Eine enge Kooperation mit laufenden Projekten (z.B. Integratives Monitoring im Biosphärengebiet, Horstbaum-Monitoring) ist vorgesehen.

Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW) im NABU

Direkt zur Wanderfalken-Webcam im Biosphärengebiet Schwäbische Alb!