Im Rahmen des Projektes aus den Jahren 2008/2009 wurden in den Wäldern der Kern- und Pflegezonen 245 Horstbäume erfasst, markiert und mit Hilfe von GPS eingemessen sowie alle Horstbrüter (z. B. Rot- u. Schwarzmilan, Wespenbussard, Waldohreule) erfasst. Die Markierung der Horstbäume ist in den bewirtschafteten Pflegezonen eine wertvolle Hilfestellung für die Forstwirtschaft, um den komplexen arten- und naturschutzrechtlichen Anforderungen in vollem Umfang gerecht zu werden und um wertvolle Biotopstrukturen langfristig sichern und fördern zu können. Alle markierten Horststandorte wurden in die digitalen Karten der Forstverwaltung übernommen und stehen mittlerweile allen Forstbehörden im Biosphärengebiet zur Verfügung.

Revierleiter und Forstarbeiter sowie ausgewählte Ehrenamtliche (bisher 14) wurden wie geplant informiert und geschult, um die Erfassung und Kontrolle der Horstbäume auch nach Ablauf des Projektes in den Pflegezonen fortzuführen. Standardisierte Erfassungsbögen sowie Arbeitshilfen wurden erarbeitet.

Ziel des hier beantragten Projektes ist die Sicherstellung der Verstetigung des Projektes insbesondere durch die Mitarbeit von Ehrenamtlichen. Dazu ist es notwendig, die fachliche Betreuung der ehrenamt-lichen Horstbeobachter sicherzustellen und vereinzelt weitere Ehrenamtliche, aber auch Mitarbeiter der Forstverwaltung vor Ort einzuweisen. Außerdem sollte den Horstbaumbeobachtern ein Fachexperte als Berater für Rückfragen zur Seite stehen. Diese Fachbetreuung soll durch den Experten für Waldvogelschutz, L. Sikora, der bereits die Ersterfassungen durchgeführt und die ersten Einweisungen im Projekt 2008/ 2009 übernommen hat, erfolgen.

Baden-Württemberg hat einen bedeutenden Anteil an der weltweiten Rotmilanpopulation und trägt damit besondere Verantwortung für den Schutz dieser Art. Gerade für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb stellt der Rotmilan eine Charakterart dar. Die Horstbaumbeobachtungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Beobachtung von Rotmilanvorkommen im Biosphärengebiet. In der Brutsaison 2009 wurden 25 Rotmilan-Brutpaare am Horst bestätigt, weitere 17 Rotmilanreviere sind bekannt.

Der NABU Landesverband beantragt einen Zuschuss von 80%. Zwar sind Monitoring und Umweltbeobachtung Pflichtaufgaben der Biosphärengebiets-Verwaltung, aber der Verband sieht die Notwendigkeit, das Projekt in der Übergangszeit, bis die Kosten zu 100% von der Verwaltung getragen werden, mit einem Eigenanteil von 20% zu unterstützen.

Mit der Durchführung des Projektes wird der NABU das Fachbüro Naturkonzepte, L. Sikora, beauftragen. Das Projekt ist eng an die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets angebunden. Diese übernimmt die Gesamtkoordination, sie organisiert die Kommunikation und den Informationsaustausch mit allen in das Monitoring involvierten Personen und Behörden.

NABU Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Tübinger Str. 15
70178 Stuttgart