Bereits in den beiden vergangenen Jahren wurden archäologisch-topographische Erfassungen von Burgen und Burgstellen im Landkreis Esslingen mit Mitteln des Biosphärengebiets unterstützt. Die im Jahr 2008 mit dem Antrag eingereichte Projektbeschreibung und der dieser zugrunde liegende Arbeitsplan sehen eine Gesamtprojektlaufzeit von insgesamt drei Jahren vor. Im dritten Jahr beantragt der Landkreis Esslingen die Realisierung einer weiteren Tranche.

Bisher wurden folgende Burgstellen untersucht: die Sulzburg südlich von Unterlenningen, Sperberseck, oberhalb des Donntales gelegen, sowie die beiden namenlosen Burgstellen in Neidlingen und die Diepoldsburg mit Rauber bei Unterlenningen / Bissingen.

An der Burg Sperberseck wurden bisher noch unbekannte verflachte Wälle, die auf eine Vorburg hindeuten, entdeckt. An der Sulzburg wurde auf halber Höhe eine bisher unbekannte Zwingermauer nachgewiesen.

An den beiden Burgstellen in Neidlingen brachten die Untersuchungen neue Ergebnisse insbesondere hinsichtlich des „Gewässerbaus" bzw. der Wassergräben, so dass jetzt eine verlässliche Grundlage für Empfehlungen zur weiteren Nutzung des Geländes vorliegt. Bei der Diepoldsburg handelt es sich um eine der bis heute rätselhaftesten Burganlagen am Nordrand der Schwäbischen Alb. Die aktuellen Untersuchungsergebnisse tragen sehr dazu bei, die tatsächliche Bedeutung der Burganlage an dieser strategisch und verkehrstechnisch einzigartigen Lage zu erfassen (räumliche Ausdehnungen der Anlage sowie ihre Einbindung bzw. Bezüge zu den historischen Wegen auf die Alb).

Die Vermessung erbrachte bei allen bisher untersuchten Burgen detaillierte archäologisch-topographische Daten, die zum Erhalt der Burgen (Darstellung der Erosionsgefährdung) beitragen und u. a. auch eine dreidimensionale Darstellung der Burgen zukünftig ermöglichen. Mittels solcher Modelle kann auch die Wissens- und Informationsvermittlung (v. a. Schüler, Besucher) stark optimiert werden.

2010 möchte der Landkreis Esslingen das Projekt fortsetzen. Untersucht werden sollen der Heimenstein und der Wielandstein. Die ursprünglich vorgesehene Erfassung der Burg Reußenstein ist gänzlich aus dem Untersuchungsprogramm gestrichen, da bereits Daten durch andere Institutionen (Universität Stuttgart) erhoben werden.

Die Auswahl der Burgen erfolgte aufgrund möglicher archäologischer Forschungsergebnisse und der Notwendigkeit zukünftiger Sicherungsmaßnahmen zum Erhalt der Burgen.

Die Arbeiten sollen wieder durch das Vermessungsamt des Landkreises Esslingen durchgeführt werden. Es ist geplant, bis Ende des Jahres 2010 die Erfassung aller wichtigen Burgen und Burgstellen in den 10 Gemeinden des Landkreises Esslingen im Biosphärengebiet abzuschließen.

Landkreis Esslingen
Pulverwiesen 11
73726 Esslingen