Die bäuerlichen Wirtschaftsweisen der vergangenen Jahrhunderte bestimmen wesentlich die heutige, schützenswerte Kulturlandschaft des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Durch Industrialisierung, Flurbereinigungen und Mechanisierung der Landwirtschaft sind zahlreiche Zeugnisse vergangener Bewirtschaftungsformen für den Bürger und Touristen heute nur noch schwer erkennbar. Trotzdem sind zahlreiche traditionell-bäuerliche Kulturlandschaftselemente wie Wölbäcker, Bewässerungs-systeme, Ackerraine und -terrassen, Hohlwege, Schneitel- und Hutewaldbäume noch vorhanden und können der Öffentlichkeit vermittelt werden. Auf dem Gelände des Freilichtmuseums Beuren und seiner Umgebung sind viele dieser Elemente verortet.

Ziel des Projekts ist es, die Kulturlandschaftselemente des Geländes und seiner Umgebung  zu kartieren, hinsichtlich ihrer Zeitstellung und historischen Funktionalität zu interpretieren und damit umsetzbare Vorschläge zu erarbeiten, wie sie z. B. im Rahmen einer Präsentation eine pädagogisch-didaktische Aufgabe z. B. für eine Besuchergruppe übernehmen können. Diese Vorschläge werden u. a. kartographisch dargestellt. Es werden darüber hinaus konkrete Hinweise gegeben, wie diese Kulturlandschaftselemente "restauriert" und unterhalten bzw. gepflegt werden können.

Die Umgebung des Freilichtmuseums soll einbezogen werden, um die Landschaft repräsentativ aufnehmen zu können und auch solche Elemente zu erfassen, die aktuell auf dem Museumsgelände noch nicht vorhanden sind, aber ggf. geschaffen werden könnten.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Landespflege der Universität Freiburg (Prof. Dr. Werner Konold) soll diese Studie erarbeitet werden. Im Mittelpunkt der topographischen Bestandserfassung steht die (alte) bäuerliche Kulturlandschaft. Das Museumsgelände ist in dieser Hinsicht doppelter Grund und Boden: einerseits ist es (Landschafts-)Archiv einer vorgängigen, authentisch bäuerlichen Nutzung und zugleich ist es Terrain für museale Rekonstruktionen, die didaktisch-anschaulich auf die Nutzungsgeschichte (auch der Umgebung) Bezug nehmen wollen. Das geplante Projekt möchte dazu einen Beitrag leisten.

Mit Hilfe der Projektergebnisse soll die künftige Museumspraxis fundiert angeleitet werden. Informationen für Museumsbesucher und Biosphärengäste können damit unter historisch-ökologischen Gesichtpunkten aufbereitet werden. Insbesondere sollen die Ergebnisse dem thematischen Schwerpunkt „Natur und Kulturlandschaft" im Rahmen des Ausbaus als Biosphären-Infozentrum zugute kommen. Die Projektergebnisse werden als Abschlussbericht in gedruckter und digitaler Form vorgelegt.

Freilichtmuseum Beuren - Museum des Landkreises Esslingen für ländliche Kultur
In den Herbstwiesen
72660 Beuren