Monitoring ist eine der Pflichtaufgaben in UNESCO-Biosphärenreservaten. Der felsdurchsetzte Albtrauf mit seinen Hangbuchenwäldern war das entscheidende Alleinstellungsmerkmal aus internationaler Sicht für die Anerkennung des Biosphärengebiets. An den Felsen der Schwäbischen Alb sind vielfach Verbuschungstendenzen, d.h. das verstärkte Aufkommen von Sträuchern und Gehölzen, zu beobachten. Dies kann dazu führen, dass die speziell an diesen trocken-warmen Standort angepasste Vegetation mit vielen lichtliebenden Arten durch Beschattung beeinträchtigt wird. Diese „Felsspezialisten“, darunter zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten, haben in der Regel keine Möglichkeit in andere Lebensräume „auszuweichen“.

Im Rahmen des Projekts werden an zehn Felsen im Bereich der Felswand Vegetationsaufnahmen durchgeführt und miteinander verglichen. Diese Felsen sind entweder in einem naturbelassenen Zu-stand oder wurden bei Pflegemaßnahmen von Bäumen freigestellt. Die aufgenommenen Daten der Felsen werden untereinander, sowie mit Daten aus älteren, vorliegenden Arbeiten verglichen. Diese Aufnahmen geben Hinweise zur Sukzession (Abfolge ineinander übergehender Zustände von Pflanzen- oder Tiergesellschaften) in Felslebensräumen und können eine Grundlage für die Vorbereitung von Pflegemaßnahmen bieten. Somit kann ein Beitrag für ein mögliches Pflegekonzept für Felsbiotope geleistet werden, welches dem Schutz der naturschutzfachlich wertvollen Felsflora dient.

Erwartete direkte und indirekte Naturschutzwirkungen:

  • Erweiterung des Kenntnisstands bzgl. Entwicklung der Felsvegetation 
  • Überprüfung der derzeitigen Praxis von Pflegemaßnahmen an Felsen bzw. im Umfeld
  • Beitrag zu einer möglichen Entwicklung eines regionalen, naturschutzfachlichen Leitbilds zu Biotoppflege an Felsen
  • Basisaufnahme für ein langfristiges Monitoring der Felsvegetation im Biosphärengebiet

Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Alpenvereins e.V.
Rotebühlstr. 59a
70178 Stuttgart