Bis vor wenigen Jahren war der sehr auffällige und attraktive Wiedehopf ein typischer Bewohner der Streuobstwiesen im Landkreis Esslingen. Die Population ist durch den Verlust von Bruthöhlen in Bäumen, verstärkten Einsatz von Pestiziden im Obstbau und brachfallende Wiesen drastisch zurückgegangen. Die Art ist sowohl in Baden-Württemberg als auch bundesweit als „stark gefährdet“ eingestuft. Im Kreis Esslingen werden nur noch vereinzelte Tiere im Durchzug gesichtet. Im Raum Dettingen konnte jedoch ein Brutpaar vor fünf Jahren erfolgreich drei Jungvögel aufziehen. Aus landesweiter Sicht ist aufgrund der Klimaerwärmung eine Tendenz zur Ausbreitung des Wiedehopfs zu beobachten. Im Kaiserstuhl konnte die Art erfolgreich wieder angesiedelt werden und breitet sich weiter aus.

Das Projekt strebt die Wiederansiedlung des Wiedehopfs in Obst- und Weinbaugebieten im Landkreis Esslingen im Bereich des Biosphärengebiets an. Dabei soll auf den Erfahrungen des Wiederansiedlungsprojekts im Kaiserstuhl aufgebaut werden. Schwerpunkt ist die Ausbringung spezieller Nistkästen für den Wiedehopf sowie für weitere charakteristische Arten der Streuobstgebiete wie Halsbandschnäpper, Wendehals, Feldsperling und Star. Wo dies möglich ist, soll auch das Nahrungsangebot verbessert werden, indem beispielsweise durch eine angepasste Beweidung mit Schafen das Angebot an Insekten erhöht werden kann.

Es ist zudem vorgesehen im Rahmen eines Schulprojekts mit der Philipp-Matthäus-Hahn Berufsschule in Nürtingen Bausätze für Wiedehopf-Kästen durch angehende Schreiner anfertigen zu lassen. Diese Bausätze werden bei einem „Bastel-Nachmittag“ für Familien im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb zusammengebaut. Im Rahmen eines „Exkursions-Nachmittags“ werden sie unter Anleitung von Herrn Dr. Gatter, dem Leiter der Forschungsstation Randecker Maar, gemeinsam an vorab abgestimmten Orten angebracht. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit ist vorgesehen.

Erwartete direkte und indirekte Naturschutzwirkungen

  • Unterstützung der Wiederansiedlung des Wiedehopfs 
  • Förderung weiterer charakteristischer Vogelarten von Streuobstgebieten
  • Umweltbildung / Öffentlichkeitsarbeit

 

NABU Neuffen-Beuren e.V
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