In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche artenreiche Wiesen aus naturschutzfachlicher Sicht qualitativ verschlechtert. Darunter sind vielfach auch Wiesen, die den Lebensraumtypen „Magere Flachland- und Bergmähwiesen“ der Fauna-Flora-Habitat (FFH) Richtlinie der EU entsprechen. Jedoch besteht für diese FFH-Lebensraumtypen die Verpflichtung, dass sich der Erhaltungszustand, also die Ausstattung mit charakteristischen Pflanzenarten, nicht verschlechtern darf. Über den Vergleich von Kartierungen der Jahre 2004 und 2012 können Flächen mit einem Verlust an Artenvielfalt identifiziert werden, für die eine Wiederherstellung des 2004 kartierten Zustands erforderlich ist.

Diese Wiederherstellung wird über eine extensive Bewirtschaftung (in der Regel maximal 2 Schnitte pro Jahr und reduzierte Düngung) angestrebt. Jedoch kann dies in Abhängigkeit der noch vorhandenen Artenausstattung oder standörtlichen Faktoren möglicherweise nicht ausreichen. Daher werden im Rahmen des Modellprojekts Methoden getestet, wie die Entwicklung einer höheren Artenvielfalt durch aktive Ansaat auf den artenarmen Wiesenflächen gefördert werden kann.

Hierzu werden drei Methoden vergleichend angewendet: Die Heumulch-Methode, bei der zum Zeitpunkt der Samenreife der Blumen taufrisch geschnittener Aufwuchs von artenreichen Wiesen direkt auf ein vorbereitetes Saatbett in artenarmen Wiesen ausgebracht wird. Als zweite Methode ist die Ansaat von handelsüblichem Regiosaatgut artenreicher Wiesen vorgesehen. Dabei wird die Blühmischung zunächst naturräumlich und naturschutzfachlich angepasst. Bei der dritten Methode, der Wiesendruschsaat, wird auf bestehenden artenreichen Wiesen Saatgut gewonnen, indem zum Reifezeitpunkt der Wiesenblumen mit dem Mähdrescher gemäht wird (Wiesendrusch). Dieses Saatgut wird anschließend auf ein vorbereitetes Saatbett in den artenarmen Wiesen ausgebracht. Da für diese Methode Spezialgeräte erforderlich sind, ist die Anwendung von den teilnehmenden Landwirten abhängig.

Erwartete direkte und indirekte Naturschutzwirkungen

  • Beitrag zur Wiederherstellung artenreicher Wiesen
  • Erleichterung der Einhaltung der Vorgaben der FFH-Richtlinie für die Landwirte
  • Erprobung innovativer Methoden in der Modellregion für nachhaltige Entwicklung.

 

Blumenwiesen-Alb e.V.
Böcklinstr. 27
68163 Mannheim