Kirchengemeinden können mit ihrer Arbeit die Ziele des Biosphärengebiets Schwäbische Alb unterstützen. Sie leisten wichtige Beiträge für die Umwelt und die Bewahrung der Schöpfung. Kirchliche Gebäude liegen meist in der Mitte von Ortschaften und sind Treffpunkt des örtlichen Miteinanders. Aktionen in, an und um kirchliche Gebäude werden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.  

Die in den vergangenen Jahren erfolgreich vom Biosphärengebiet geförderten Projekte „Unternehmen und biologische Vielfalt“ und „Kommunen und biologische Vielfalt“ sollen mit diesem Antrag in Teilen eine Fortführung auf Flächen rund um Kirchengebäude finden. Über die Verbesserungen von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere in diesem Siedlungsbereich kann ein neuer Zugang zum Biosphärengebiet und dessen Ziele für viele Gruppierungen erfolgen. Gemeinschaftliche Planungen und Umsetzungen verschiedener Maßnahmen und Aktionen stärken die örtliche Gemeinschaft und können zu gelingender Inklusion und Integration beitragen.

Ziel des Projekts ist die Gründung eines Netzwerks von zunächst fünf bis sechs Kirchengemeinden, die, vorerst exemplarisch, praktische Maßnahmen des Artenschutzes wie den Erhalt und die Schaffung von Brut- und Lebensstätten an Kirchtürmen oder die Neugestaltung von Außenanlagen umsetzen. Zwingend dabei ist ein parallel laufendes Informations- und Bildungsangebot zu den Themen des Biosphärengebiets Schwäbische  Alb sowie deren Einbindung in die gemeindepädagogische Arbeit, in kirchliche Gruppen und Arbeitskreise.

Der NABU-Landesverband wird bei Bewilligung des Projekts einen Werkvertragsnehmer beauftragen, den Aufbau und die Koordination dieses Netzwerks zu übernehmen. In Zusammenarbeit mit dem Umweltbüro der Evangelischen Landeskirche soll an Workshops in den Pilotgemeinden herausgearbeitet werden, welche Maßnahmen jeweils Sinn machen und wie man die Kirchengemeinde sowie die örtlichen Umwelt- und Naturschutzgruppen einbeziehen kann. Begleitende Seminare und Vorträge von Pflanzen- und Tierexperten sollen Wissen über praktische Umsetzungsmaßnahmen vermitteln und animieren, sich beim Projekt zu engagieren. Ein am Ende des Projekts zu erstellender Leitfaden soll best-practise Beispiele aufgreifen, um für die Folgezeit weitere Kirchengemeinden zu informieren und anzuregen. Im Vorfeld wird dazu ein biosphärengebietsweiter Informations- und Austauschtag für die Kirchengemeinden angeboten. Die parallel erfolgende Öffentlichkeitsarbeit (Internet, Flyer, Social Media) des NABU-Landesverbands soll über das Biosphärengebiet hinaus Impulse setzen.

Bei der Akquise nach möglichen Partnern wurden im Vorfeld bereits evangelische und katholische Kirchengemeinden angefragt, die Prälatur Reutlingen mit dem Prälatreferenten Pfarrer Thomas Lehnardt ist hier federführend. Interessensbekundungen liegen schon mehrfach vor. Eine Verstetigung des Prozesses nach Ablauf der Förderung auch mit Gemeinden anderer Glaubensrichtungen ist seitens der Projektpartner ebenfalls erwünscht.

Mit diesem Antrag würde das Biosphärengebiet Schwäbische Alb zum ersten Mal ein konkretes Projekt mit den Kirchen umsetzen können. In der Vergangenheit gab es seitens der Geschäftsstelle viele Kontakte und Besprechungstermine, eine Umsetzung möglicher Ideen erfolgte bisher jedoch nicht.

NABU Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Tübinger Str. 15
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