Zahlreiche unentdeckte Elemente der Vergangenheit sind in der Kulturlandschaft des Biosphärengebiets noch zu finden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Landnutzungen wie beispielsweise frühere Wege, Brunnen, Steinbrüche, Siedlungen, Ackerterrassen etc.

Diese Elemente sind für die historische Analyse der Landschaft des Biosphärengebiets von großer Bedeutung und hohem Interesse. Zudem können sie für touristische und heimatkundliche Zwecke hervorragend genutzt werden.

Im vergangenen Jahr wurden vom Geographischen Institut der Universität Tübingen Methoden für die Erfassung von historischen Kulturlandschaftselementen eruiert und erstmals getestet. Damalige Modellgemeinde war Eningen unter Achalm. Insbesondere die Erfassung mit digitalen Satellitendaten und die Übertragung in Geografische Informationssysteme (GIS) standen im Vordergrund. Zusätzlich wurde mit Studenten eine klassische Vor-Ort Erfassung durchgeführt. Die Ergebnisse waren interessant und positiv. So wurde z.B. die als „Alte Steige“ (Hännersteigle) als bedeutender mittelalterlich-neuzeitlicher Verkehrsweg von Reutlingen über Eningen unter Achalm und St. Johann nach Bad Urach erkannt.

Die gewonnenen Erkenntnisse des letztjährigen Projektes über die Gebietsuntersuchung der Gemeinde Eningen unter Achalm sollen jetzt in einem ähnlichen Projekt im Bereich des Naturschutzgebiets Listhof geprüft werden, um eine weitere Referenzfläche zu haben sowie die Übertragbarkeit der Methodik auf andere Gemeinden zu testen. Es erfolgt ein abschließendes Erfassen und Darstellen der landschaftswirksamen und charakteristischen Elemente des untersuchten Gebietes sowie die Analyse der Ergebnisse.

Ziel des Projektes ist es, die exemplarische Studie zu Möglichkeiten und Methoden der Erfassung von historischen Kulturlandschaftselementen zu vervollständigen sowie die Übertragbarkeit der Vorgehensweise für andere Gemeinden des Biosphärengebiets Schwäbische Alb zu prüfen.

Die Studie wird vom Geographischen Institut der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Büro Südwest von Dr. Christoph Morrissey durchgeführt.

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