Bad Urach ist mit 400.000 Übernachtungen und ca. 750.000 Tagesgästen pro Jahr einer der bedeu-tendsten Tourismusstandorte im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Mit seiner Lage an der B 28 mit einem täglichen Durchgangsverkehr von rund 30.000 Fahrzeugen und einer täglichen Frequentierung von ca. 3400 Berufseinpendlern und 3.100 Berufsauspendlern besteht in Bad Urach ein hohes Verkehrsaufkommen mit den damit verbundenen Emissionen (Lärm und Schadstoffe).

Es soll nun ein Konzept entwickelt werden, um den Individualverkehr durch attraktive Angebote zu reduzieren und nachhaltige Verkehrsangebote zu fördern und anzubieten. Die Ausrichtung der kleinen Landesgartenschau im Jahr 2027, die Nachhaltigkeit in unterschiedlichen Bereichen in den Fokus stellen wird, war Anlass für die Stadt Bad Urach, auch den Bereich Mobilität umfassend zu betrachten und zu verbessern.

Eine zentrale Rolle in der Konzeption soll dabei die Entwicklung einer Mobilitätsdrehscheibe im Bereich des Uracher Bahnhofes einnehmen. Durch die Erarbeitung eines Mobilitätskonzeptes, verbunden mit der Einrichtung einer Mobilitätsdrehscheibe (Mobilitätshub) im Bereich des ZOB/Bahnhofes der Stadt Bad Urach, soll in der Bad Uracher Region der ÖPNV ausgebaut, Radverkehr, Mitfahrmöglichkeiten, Carsharing und E-Fahrzeug-Infrastrukturen verbessert und erweitert werden. Hierbei sollen Vernetzun-gen der einzelnen Verkehrsangebote in die Region bewirken, dass der motorisierte Individualverkehr mit den damit verbundenen Emissionen (Lärm und Schadstoffe) reduziert werden kann. Eine besondere Herausforderung ist dabei die besondere topographische Tallage der Stadt Bad Urach mit ihren Ortsteilen, die sich auf der Albhochfläche befinden.

Ein zentrales Thema im Rahmen der Erstellung eines integrierten und klimafreundlichen Mobilitätskon-zeptes soll sein, die Intermodalität und Multimodalität der Verkehrsteilnehmer zu stärken und Strategien zu entwickeln, die eine wirkungsvolle und zielgerichtete Umsetzung der Maßnahmenvorschläge ermöglichen. Die Identifikation von Potenzialen zum Klimaschutz im Bereich Tourismus und Verkehr bildet eine wichtige planerische Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung des Verkehrs im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. In diesem Zusammenhang betrachtet es Bad Urach als besonders bedeutend, dass die Bürger der Stadt Bad Urach aktiv in den Planungs- und Diskussionsprozess über Info- Veranstaltungen, Workshops oder Werkstattgespräche eingebunden werden. Auf diese Weise soll zu einem bewussteren Umgang mit der Mobilität eines jeden einzelnen beigetragen werden.

Folgende Leistungen sollen in der Konzeption erarbeitet, entwickelt und dargestellt werden. Gegenstand dieses Förderantrags sind Teile der Leistungsbausteine 1 und 2. Zur Übersicht über das Gesamtprojekt werden die Leistungsbausteine 3 und 4, für die ein Folgeantrag beabsichtigt ist, ebenfalls hier kurz skizziert.

Leistungsbaustein 1: In einer Bestandsanalyse soll untersucht werden, welche Mobilitätsangebote der-zeit vorhanden sind und in welchem Umfang und von welchen Personengruppen diese genutzt werden. Hierzu sollen Bürger, aber auch Mitarbeiter der ansässigen Firmen befragt werden, welche Wege innerstädtisch und in der Region mit welchen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Gleichzeitig soll abgefragt werden, welche Veränderungen und Optimierungen dazu führen könnten, dass die Bereit-schaft besteht, vom Privat-PKW auf alternative Verkehre umzusteigen.

Eine Lärm- und Schadstoffanalyse im engeren Sinne soll nicht erfolgen, da Bad Urach als Luftkurort regelmäßige Überwachungen durch den Deutschen Wetterdienst (Große Wetteranalyse) in diesem Bereich durchführen lässt, die in die Konzeption einfließen sollen.

Der Leistungsbaustein 2, Kommunikation, umfasst die Beteiligung der Öffentlichkeit. Es sollen Bürgerarbeits- und Fokusgruppen eingerichtet werden, deren Arbeit auf den Datenerhebungen aus Leistungsbaustein 1 gründet.

Im Leistungsbaustein 3, Leitbild, sollen die Handlungsfelder ausführlich dargestellt und die erarbeiteten Ziele formuliert werden.

Im Leistungsbaustein 4, Handlungskonzept, sollen die Mobilitätsszenarien dargestellt werden, konkrete Projekte benannt und deren Umsetzung priorisiert werden.

Aufgrund des geplanten breiten Beteiligungsprozesses und der fundierten Aufarbeitung ist das Projekt auf mehrere Jahre angelegt (2019-2021). Der konkrete Ablauf und die konkreten Inhalte für die Jahre 2020 und 2021 mit einer klaren Zielsetzung und Maßnahmendefinition in Richtung einer nachhaltigen Mobilität werden nach der Startphase im ersten Jahr festgelegt. Daher wurde aufgrund fördertechnischer und förderrechtlicher Vorgaben der Stadt Bad Urach zunächst ein einjähriger Antrag empfohlen, um anschließend einen Folgeantrag für die Fertigstellung des Projekts zu stellen.

Stadt Bad Urach
Marktplatz 8 – 9
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