Im Jahr 2019 hat Bad Urach mit der Entwicklung eines Mobilitätskonzepts begonnen, um den Individualverkehr durch attraktive Angebote zu reduzieren und nachhaltige Verkehrsangebote zu fördern und anzubieten. Die Ausrichtung der Kleinen Landesgartenschau im Jahr 2027, die Nachhaltigkeit in unterschiedlichen Bereichen in den Fokus stellen wird, war Anlass für die Stadt Bad Urach, auch den Bereich Mobilität umfassend zu betrachten und zu verbessern. 

Aufgrund des geplanten breiten Beteiligungsprozesses und der fundierten Aufarbeitung ist das Projekt auf mehrere Jahre angelegt (2019-2021). Der konkrete Ablauf und die konkreten Inhalte für die Jahre 2020 und 2021 mit einer klaren Zielsetzung und Maßnahmendefinition in Richtung einer nachhaltigen Mobilität wurden nach der Startphase 2019 festgelegt. Daher hatte Bad Urach aufgrund fördertechnischer und förderrechtlicher Vorgaben zunächst einen einjährigen Antrag gestellt, um anschließend einen Folgeantrag für die Fertigstellung des Projekts über dann zwei Jahre zu stellen. Ein erstes Arbeitspaket (Bestandanalyse Mobilität I und Begleitung durch Arbeitsgruppe) wurde im ersten Jahr umgesetzt. Dabei wurden die verschiedenen Verkehrsarten wie motorisierter Individualverkehr, ÖPNV, Radverkehr sowie Fußgängerverkehr analysiert und eine Verkehrsbefragung durchgeführt sowie die Haushaltsbefragung vorbereitet. 

Im Jahr 2020 soll das Arbeitspaket II mit folgenden Leistungen umgesetzt werden: 

  • Bestandsanalyse Mobilität Teil 2
  • Haushaltsbefragung/Betriebsbefragung
  • Interpretation und Zusammenfassung der Ergebnisse
  • Beteiligung Öffentlichkeit
  • Vorbereitung Klausur GR und Bürgerworkshop
  • Klausur Gemeinderat
  • Workshop Bürgerschaft
  • Überlagerung Ergebnisse GR- und Bürgerworkshop
  • Planungsziele/ Konzeptionelle Planungsansätze
  • Entwicklung von Szenarien und Strategien 
  • Begleitung Projektgruppe (3 Sitzungen) 

Im Jahr 2021 soll das Arbeitspaket III mit folgenden Leistungen umgesetzt werden: 

  • Prognostische Einschätzung 2035
  • Aufbau EDV-Netzmodell 
  • Wirkungsanalysen Planfallszenarien
  • Basisszenario
  • Umweltszenario 1
  • Umweltszenario 2
  • Maßnahmenplan / Handlungsempfehlungen
  • Ausarbeitung Integriertes Mobilitätskonzept
  • Begleitende Projektgruppe (2 Sitzungen)

Inhalt der Konzeption: 

Eine zentrale Rolle in der Konzeption spielt die Entwicklung einer Mobilitätsdrehscheibe im Bereich des Bad Uracher Bahnhofes. Durch und mit dieser soll soll in der Bad Uracher Region der ÖPNV ausgebaut, Radverkehr, Mitfahrmöglichkeiten, Carsharing und E-Fahrzeug-Infrastrukturen verbessert und erweitert werden. Hierbei sollen Vernetzungen der einzelnen Verkehrsangebote in der Region bewirken, dass der motorisierte Individualverkehr mit den damit verbundenen Emissionen (Lärm und Schadstoffe) reduziert werden kann. Eine besondere Herausforderung ist dabei die besondere topographische Tallage der Stadt Bad Urach mit ihren Ortsteilen, die sich auf der Albhochfläche befinden.

Ein zentrales Thema ist es, die Verkehrsteilnehmer zu ermutigen, Alltagswege klimafreundlich zurückzulegen und Strategien zu entwickeln, die eine wirkungsvolle und zielgerichtete Umsetzung der Maßnahmenvorschläge ermöglichen. Die Identifikation von Potenzialen zum Klimaschutz im Bereich Tourismus und Verkehr bildet eine wichtige planerische Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung des Verkehrs im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. In diesem Zusammenhang sieht es Bad Urach als besonders bedeutsam an, dass die Bürger*innen der Stadt Bad Urach aktiv in den Planungs- und Diskussionsprozess über Infoveranstaltungen, Workshops oder Werkstattgespräche eingebunden werden. Auf diese Weise soll zu einem bewussteren Umgang mit der Mobilität eines jeden einzelnen beigetragen werden.

Stadt Bad Urach