Streuobstwiesen sind bei angepasster Nutzung mit bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas und eine der charakteristischen Kulturlandschaften des Biosphärengebietes Schwäbische Alb. Zudem haben sie auch eine herausragende Bedeutung als Genreservoir mit rund 3.000 Obstsorten allein in Deutschland.

Die Gemeinde Beuren ist durch weitläufige Streuobstwiesen mit mehreren tausend Obstbäumen geprägt. Sie ist sich der großen Bedeutung für Mensch und Natur bewusst und übernimmt daher durch verschiedene Initiativen und Projekte Verantwortung für deren Erhalt. Unter anderem soll mit einem bereits angeschafften Doppelmesser-Frontbalkenmähwerk künftig auch verstärkt eine naturschutzgerechte Pflege der Streuobstwiesen durchgeführt werden. Als Grundlage soll zunächst gemeinsam mit Akteuren vor Ort ein Konzept entwickelt und exemplarisch umgesetzt werden, in dem verschiedene Möglichkeiten der naturschutzgerechten Nutzung und Pflege von Streuobstwiesen geprüft werden. Dieses Konzept ist Gegenstand des Förderprojektes.

Mögliche Ansätze, die im Rahmen des Projektes gemeinsam mit den Akteuren vor Ort geprüft werden, sind: Mahd mit Doppelmesser-Frontbalkenmähwerk und Abräumen des Mähguts möglichst mit anschließender Heugewinnung, ansonsten mit sachgerechter Entsorgung. Auch eine extensive Beweidung mit verschiedenen Nutztieren (Schafe, Rinder, Pferde etc.) kann, gerade in steilen Lagen oder bei hohem Baumbesatz, eine naturschutzgerechte Nutzung sein. Stellenweise kann auch die – naturschutzfachlich geprüfte - Reduzierung der Baumdichte sinnvoll sein, um eine angepasste maschinelle Bearbeitung der Wiesen zu ermöglichen. Schließlich kann auch die Anschaffung von Spezialgeräten eine Lösung sein, um in steilen Lagen und bei hohem Baumbesatz eine Wiesennutzung zu ermöglichen.

Die Gemeinde möchte eine/n Experten/in beauftragen, der/die in einer ersten Phase die Initiative etabliert und gemeinsam mit den Akteuren die erfolgversprechendsten Strategien erarbeitet. Mögliche Akteure sind interessierte Landwirte und Privatpersonen, (Klein-)Tierhalter, Obst- und Gartenbauverein und Naturschutzverbände. In einer zweiten Phase ist vorgesehen anhand ausgewählter Gewanne oder Betriebe die erarbeiteten Strategien umzusetzen.

Gemeinde Beuren