Albsymposion - PublikumGeschichte ist spannend, lehrreich und richtungsweisend. Diese Erkenntnis konnten am 16. und 17.11.2007 rund 300 Besucher des Albsymposions zur Kulturlandschaft des Biosphärengebiets Schwäbische Alb am Ende der 2-tägigen Veranstaltung ziehen. Eingerahmt in einem würdigen Ambiente, dem ehemaligen Offizierscasino im Alten Lager Münsingen, tagte Wissenschaft und Politik zusammen mit der Bevölkerung, um Chancen, Potenziale und Schwierigkeiten der Kultur- und Landschaftsgeschichte darzulegen.

Landschaft lesen lernen, um aus ihr für die Zukunft zu lernen, erreicht man nur durch Interdisziplinarität. Hierüber waren sich ebenfalls alle einig. Aus diesem Grund ist auch die Liste der Organisatoren lang. Das Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen, das Start-Team Biosphärengebiet, die Landkreise Esslingen und Reutlingen, der Bundesforst sowie die Stadt Münsingen konnten mit freundlicher Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg und el evento namhafte Referenten gewinnen, deren Vorträge folgend zusammenfassend nachzulesen sind.

Dr. Frieder Klein, RP Tübingen, Referat Denkmalpflege
Grabhügel auf der Schwäbischen Alb – Überlieferung, Erforschung und Schutz eines prägenden Elements der prähistorischen Kulturlandschaft

Dr. Frieder KleinVorgeschichtliche Grabhügel gehören zu den prägenden Elementen unserer Kulturlandschaft. Als sichtbare Zeugnisse menschlichen Wirkens wurden sie bereits früh erkannt, Ziel von Ausgrabungen und der archäologischen Forschung. Die Schwäbische Alb stellt sich als „Grabhügellandschaft“ dar. Repräsentiert ist dadurch die Mittlere Bronzezeit des 16.-14. Jahrh.v.Chr. sowie die Ältere Eisenzeit (Hallstattzeit, 8.-5. Jahrh.v.Chr.).
Während der Mittleren, der „Hügelgräberbronzezeit“ werden die Verstorbenen in ihrem Festtagsgewand beigesetzt. Frauen tragen ihren Schmuck, Männer ihre Waffe. Bisweilen weisen Tongefäße auf die Beigabe von Speisen und Getränk hin. Der Sarg wird zu ebener Erde deponiert und mit einer schützenden Steinpackung versehen. Darüber wird der Grabhügel aus Steinen oder Erde errichtet. Manche Hügel bleiben Einzelpersonen vorbehalten, in anderen wird mehrfach bestattet und das Grabdenkmal umgestaltet. Verschiedentlich werden auch Begräbnisse an bestehende Hügel angebaut, so dass unregelmäßige Kuppen entstehen. Die Gräber scheinen die gesellschaftlichen Verhältnisse einer Lebensgemeinschaft zu spiegeln.
Kennzeichnend für die hallstattzeitlichen Begräbnisse das 8./7. Jahrh. v.Chr. ist es, den Toten mit umfangreichem Tongeschirr sowie Speisen und Getränk für ein Festmahl auszustatten. Der Verstorbene wird verbrannt. Über einer ebenerdigen hölzernen Grabkammer wird der Hügel aufschüttet. Im 6./5. Jahrh. v.Chr. herrscht hingegen das Körperbegräbnis vor. Neue Hügel werden angelegt, vielfach werden aber bestehende Grabhügel mit Nachbestattungen versehen.
Moderne Grabungen zeigen, dass Grabhügel architektonisch gestaltete Denkmäler darstellen, die oft von ringförmigen Gräben, von Stein- oder hölzernen Einfassungen umschlossen werden.
Als oberirdisch erkennbare Zeugnisse vorgeschichtlicher Zeit sind Grabhügel bereits im frühen 19. Jahrhundert Ziel archäologischen Interesses und von Ausgrabungen. Bis um 1900 erkannt wird, welcher Raubbau an den archäologischen Hinterlassenschaften geschahen, war vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine rege Grabungstätigkeit erfolgt, die besonders mit vom Bestreben angetrieben war, Funde für archäologische Sammlungen zu gewinnen.
Zugleich vollziehen sich im Laufe des 19. Jahrhunderts auf der Schwäbischen Alb schwerwiegende Veränderungen im Bereich der Landwirtschaft. Ackerbau erfasst vormalige Wald-, Grün- und Ödlandflächen und zerstört Grabhügel, die bis dahin überdauern konnten. Der Vorgang setzt sich bis heute beschleunigt fort. Zu erschließen ist, dass das überlieferte archäologische Bild lediglich als ein Zerrbild des ursprünglich Vorhandenen. Auf unterschiedliche Art spiegelt das archäologische Bild zuvorderst die moderne Landnutzung.
Dennoch lassen sich mit aller Vorsicht in der Verteilung der Grabhügel Hinweise erkennen, die Fragen nach den Verkehrs-, Wirtschafts- und Siedlungsverhältnissen formulieren lassen. Festzuhalten ist eine im Vergleich zu anderen Landesteilen noch hohe Dichte an sichtbaren archäologischen Zeugnissen, die ein wertvolles Archiv für zukünftige Forschung darstellen, zugleich Archäologie und Geschichte anschaulich machen und die Entwicklung der „Kulturlandschaft Schwäbische Alb“ bis ihn ihre Anfänge verfolgen lassen.

Dr. Guntram Gassmann, RP Stuttgart und Karlsruhe, Referat Denkmalpflege
Eisenverhüttung auf der Alb und im Albvorland

Im Vorland der mittleren Schwäbischen Alb und auf der Albhochfläche gibt es eine größere Zahl kleiner Eisenerzvorkommen, deren erste Nutzung bis in die älteste Eisenzeit zurück reicht. Dies lässt sich anhand der archäologischen Untersuchungen des ehemaligen Landesdenkmalamtes gemeinsam mit der Universität Tübingen an einem frühkeltischen (späthallstatt/fühlatènezeitlichen) Verhüttungsplatz am Eulenbrunnen und Fohlenhofer Feld im Gelände des Landgestütes bei St. Johann-Würtingen zweifelsfrei belegen. Nicht nur dieser Fundort liegt mitten im Biosphärengebiet, sondern viele weitere Eisenproduktionsareale auf der Albhochfläche und besonders in den Waldgebieten des Albvorlandes. Während auf der Albhochfläche die Bohnerze ausgebeutet wurden, die auf kretatische oder alttertiäre Verwitterungsbildungen zurückgehen, war die Erzbasis im Albvorland das so genannte Doggererz, eine marine Bildung im Jura-Meer. Dort fand die Erzgewinnung in mehreren Zyklen im Früh- und beginnenden Hochmittelalter statt. In den Erzgebieten scheint recht systematisch betriebener hoch organisierter Bergbau umgegangen zu sein. Teilweise lassen sich die Pingenzüge mit deutlich ausgeprägten Abbauspuren entlang der Erzausbisse über mehrere Kilometer Länge verfolgen. In der Nähe der Schürfgrubenfelder fanden sich auch die zugehörigen Verhüttungsanlagen, die bereits in den 1990er-Jahren seitens der Denkmalpflege untersucht wurden (Martin Kempa). Hierbei gelang es Entwicklungslinien herauszuarbeiten, die einen dramatischen technologischen Fortschritt hin zu größeren Anlagen postulieren, mit dem die Entwicklung von der Rennfeuertechnik zum Hochofenprozess vorgezeichnet, wenn auch nicht vollzogen wurde.

Iris Fromm-Kaupp M.A., RP Tübingen, Referat Denkmalpflege
Vom Denkmalwert des Militärischen – Der Truppenübungsplatz Münsingen

Iris Fromm-KauppDer Truppenübungsplatz Münsingen zählt zu den ersten modernen Übungsplätzen, die ab etwa 1890 im Deutschen Reich eingerichtet wurden. Für den militärischen Übungsbetrieb bot das bis auf wenige Hofgüter unbesiedelte Münsinger Hart geradezu ideale Bedingungen mit seiner leicht hügeligen Landschaft, den überwiegend als Schafweide genutzten Magerwiesen und den Waldbeständen.
1937/39 erfolgte eine Erweiterung des Platzes zu seiner heutigen Größe von rund 6700 ha unter Einbeziehung der Gemeinde Gruorn. Nach Kriegsende diente Münsingen als Übungsplatz für die französischen Streitkräfte in Deutschland, denen 1957 ein deutsches Verbindungskommando hinzugefügt wurde. Von 1992 bis Ende 2005 war die Bundeswehr Hauptnutzer. Seit dieser Zeit beschäftigt sich auch die Denkmalpflege mit dem Platz.
Ins Auge fällt jedem Besucher zunächst das „Alte Lager“, eine große Truppenunterkunft, die 1895 von dem Architekten Karl Märklin geplant wurde. Es handelt sich dabei um das einzige so vollständig und mit vielen Funktionsgebäuden überlieferte Barackenlager aus der Kaiserzeit in Deutschland. Zudem verleiht die Verwendung von verschieden farbigem Backstein, grünen Fensterläden und gestaltetem Holzwerk dem ganzen Ensemble ein ansprechendes Erscheinungsbild, das an die Sommerfrischearchitektur um 1900 denken lässt. Ein Eindruck, der noch unterstützt wird durch die von Anfang an geplante, parkartige Anlage des Alten Lagers.
Im anschließenden Übungsgelände haben sich militärische Einrichtungen aus allen Epochen der Platznutzung erhalten. So z.B. Beobachtungstürme, Beobachtungsstände und –bunker, z.T. samt technischer Ausstattung, Attrappen für den Häuserkampf, Grabensysteme aber auch Zeugnisse der Infrastruktur wie das Fernmeldenetz und die Wasserversorgungsleitung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht nur die Baulichkeiten selbst Aussagewert besitzen, sondern ihre Funktion erst durch ihre räumlichen Beziehungen untereinander verständlich wird.
Derzeit sind ca. 170 historische, militärische Objekte auf dem Gelände erfasst, von denen eine Vielzahl besonders gut überliefert ist. Jede Zeitstufe der 110 jährigen Nutzung lässt sich anschaulich dokumentieren. Das macht den Münsinger Truppenübungsplatz zu einem einzigartigen militärhistorischen Zeugnis und begründet seine Wertigkeit als Kulturdenkmal im Sinne des baden-württembergischen Denkmalschutzgesetzes. Bei der Bewertung des gesamten Truppenübungsplatzes wurde vom gegenwärtigen Zustand bzw. Erscheinungsbild ausgegangen. Dieses heute vorhandene historische Potential gilt es für die Nachwelt zu erhalten.

Prof. Dr. Sönke Lorenz, Universität Tübingen
Siedlung und Herrschaft zwischen Albtrauf und Donau im frühen Mittelalter

Prof. Dr. Sönke LorenzAusgehend von der während seiner Zugehörigkeit zum römischen Weltreich geschaffenen Infrastruktur, also dem einzigartigen und für viele Jahrhunderte bestimmend bleibenden Straßennetz, wird ein Bild von Herrschaft und Siedlung zwischen Albtrauf und Donau im Bereich der heutigen Landkreise Esslingen und Reutlingen entworfen. Unter Berücksichtigung des Forschungsstandes geht es um die Epoche der sog. Landnahme der Alemannen, der Eingliederung der Alemannia in das Frankenreich der Merowinger und den Beginn der Christianisierung. Breiten Raum nehmen das 7. und 8. Jahrhundert ein, als sich begleitet von gewalttätigen Auseinandersetzungen die Karolinger unter dem Adel des Frankenreiches durchsetzten und schließlich die Merowinger wie auch die alemannischen Herzöge verdrängten. Die Karolinger schufen ein „Herzogtum Alemannien", dem sie alleine vorstanden und dem sie auf der Grundlage älterer Institutionen wie der Gaue, Baaren und Huntaren mit der „Grafschaftsverfassung" ein neues Gesicht verliehen. Dieses Herzogtum sollte bis zum Beginn des 10. Jahrhunderts Bestand haben, bevor unter den Nachfolgern der Karolinger sich auch in Schwaben die Verhältnisse grundlegend zu verändern begannen.

Erhard Schmidt, Tübingen
Burgen der Schwäbischen Alb. Bestand und Besonderheiten im Biosphärengebiet

Erhard SchmidtDie Schwäbische Alb zählt zu den burgenreichsten Landschaften Deutschlands. Hoch- und spätmittelalterliche Burganlagen besetzen in einzelnen Regionen in dichter Folge die Höhen der Alb und prägen mit ihrem abwechslungsreichen Formenschatz das Landschaftsbild. Doch weist die Alb noch weitaus ältere Befestigungsanlagen auf. Aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit und aus dem Frühmittelalter sind einfache Erdbefestigungen überliefert. Abschnittwälle schneiden Bergsporne ab und schützen meist relativ große Flächen durch einen Graben und anschließendem Wall. Bei aufwändiger ausgebauten Anlagen mündet die Abschnittsbefestigung in Gräben, die den Bergsporn seitlich begleiten. Diese Anlagen weisen einen rein defensiven Charakter auf, meist trugen sie keine Bebauung und waren – wenn überhaupt – nicht ständig bewohnt. Sie dienten in unruhigen und kriegerischen Zeiten als sichere Rückzugsorte für die Bewohner der umliegenden Orte mit ihrem beweglichen Hab und Gut. Die Fundarmut bzw. Fundleere vieler frühmittelalterlicher Wehranlagen bezeugt, dass diese Schutzeinrichtungen selten oder auch nie aufgesucht werden mussten.
Erst mit der Ausbildung einer mittelalterlichen Adelsschicht wandeln sich Art und Funktion der Wehranlagen. Ausgehend von befestigten Höfen der Adelsfamilien entstehen spätestens im 11. Jahrhundert Turmhügelburgen, zunächst in Holzbauweise, später auch als Steinbauten. Sie vereinen nun Defensivfunktionen mit der Wohnfunktion und – zumindest ansatzweise – der Repräsentativfunktion. Dabei ist eine wesentliche Änderung in der Zweckbestimmung der Wehranlagen ablesbar: sie dienen nicht mehr dem Schutz des gesamten Dorfes in Krisenzeiten sondern nur noch dem einer privilegierten Familie. In der Folgezeit tritt die Repräsentation verstärkt in den Vordergrund. Im ausgehenden 11., insbesondere aber im 12. Jahrhundert verlässt der Adel die Siedlungen und zieht auf oft abgelegene Bergsporne und Anhöhen, wo er neue, repräsentative Wohnsitze erbaut. Die vielfach unwegsame topographische Lage verbessert ganz wesentlich die Verteidigungsmöglichkeiten, andererseits wird die Versorgung der Bewohner der Höhenburgen erheblich erschwert, da nun der räumliche Zusammenhang mit den Ressourcen des Dorfes nicht mehr gegeben ist. Selbst extreme Lagen werden unter Verzicht auf Wohnkomfort genutzt, um die Verteidigung der Burg zu optimieren und sie nahezu unangreifbar werden zu lassen. Mit dem Wandel der Kriegstechnik verändert sich auch der Burgenbau, besondere Bauwerke werden entwickelt, um auf die neue Art der Gefährdung zu reagieren. Anhand der zahlreichen Wehranlagen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb und der benachbarten Regionen lassen sich Funktionswandel der Anlagen und Entwicklung des Burgenbaus eindrucksvoll aufzeigen.

Dr. Wolfgang Zimmermann, Landesarchiv Baden-Württemberg, Stuttgart
Kulturlandschaft und frühneuzeitlicher Territorialstaat auf der Münsinger Alb (1550-1810)
Siedlung – Wirtschaft – Sozialstruktur

Dr. Wolfgang ZimmermannSeit dem Spätmittelalter war Württemberg die dominierende Herrschaft im Raum der Münsinger Alb. Mit der Säkularisation von Kloster- und Pfründvermögen im Zug der Reformation konnte das Herzogtum seinen Besitz in diesem Raum weiter verdichten. Orts- und Grundherrschaft lagen in den meisten Dörfern unangefochten in der Hand Württembergs. Verwaltungsmittelpunkt war Münsingen, das 1654 Sitz eines eigenständigen Amts wurde.
Württemberg baute zur Sicherung seiner Herrschaftsrechte, und natürlich auch seiner Einkünfte, eine engmaschige Verwaltung auf. Das erwachsene Schriftgut (Lagerbücher, Steuerlisten, Rechnungsbücher usw.) bildet heute für den Historiker eine einmalige Quellengrundlage zur Rekonstruktion der frühneuzeitlichen Kulturlandschaft in diesem Raum.
An ausgewählten Einzelbeispielen stellt der Vortrag die Interpretationsmöglichkeiten dieser Quellen vor. Fragen der Landnutzung und der Ertragskraft der Wirtschaftsflächen werden diskutiert. Phasen des Bevölkerungswachstums – z.B. im „langen“ 16. Jahrhundert bis zum Vorabend des 30-jährigen und (wiederum) im Lauf des 18. Jahrhunderts – führten zu einer Ausdehnung der Wirtschaftsflächen. Innerdörflich entstanden Konflikte um die Verteilung von Allmendteilen und Rodungsflächen. Die dramatischen Bevölkerungsverluste im 30-jährigen Krieg markierten eine tiefe Zäsur in der Entwicklung der Gemeinden, die in ihren Auswirkungen oft erst in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts überwunden werden konnte.
Vielfältige grundherrliche Rechte und Abgaben begrenzten die Wirtschaftsmöglichkeiten der bäuerlichen Bevölkerung. Die im Herzogtum verbreitete Form der Realteilung hatte nicht nur tief greifende Folgen für die Parzellierung der Wirtschaftsflächen, sondern auch für die Gestalt der Siedlungen und die Sozialstruktur der Bevölkerung.

Prof. Dr. Rainer Loose, Mössingen
Klimafolgen. Der Einfluss des Wetters auf die Wirtschaft der Mittleren Schwäbischen Alb (ca. 1770 – 1850)

Prof. Dr. Rainer LooseMit Jeremias Höslin setzt schon 1762 vergleichsweise früh die systematische Wetterbeobachtung in Böhringen auf der Mittleren Schwäbischen Alb ein. Zwar ist sie in Vielem noch unvollkommen und verbesserungswürdig, aber man gewinnt für den Zeitraum von 19 Jahren einen ersten Überblick über den täglichen und monatlichen Witterungsverlauf an einem hoch gelegenen ländlichen Ort. Danach - bis 1824 - sind wir auf gelegentliche, oft nur chronikalische Nachrichten zum Wettergeschehen angewiesen. Die Überlieferung ist aber gleichwohl so dicht, dass sich für den Raum der Mittleren Alb und deren Vorland die Grundzüge des Klimageschehens nachzeichnen lassen. Ab 1824 stehen die Jahresberichte des Meteorologischen Vereins bei der Centralstelle des württembergischen landwirtschaftlichen Vereins zur Verfügung, aus denen sich exakt die Klimaentwicklung für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts rekonstruieren lässt. Im zweiten Teil werden die Auswirkungen des Klimageschehens auf Wirtschaft und Gesellschaft der Mittleren Alb am Beispiel der Hungersnot von 1816/17 erörtert.