Bache mit SenderIm Arbeitskreis „Wald, Holz und Jagd“ des Rahmenkonzepts des Biosphärengebiets Schwäbische Alb wurde ein Wildforschungsprojekt als Leitprojekt formuliert. Es geht um die Frage, ob die Kernzonen des Biosphärengebiets aufgrund ihrer besonderen Jagdregelung bevorzugte Rückzugsräume für Schwarzwild darstellen und ob dadurch ein erhöhter Wildschadensdruck auf die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen zu erwarten ist.

Aktuelles (Stand Mai - Juni 2013)
Momentan sind 7 Schweine am Sender. Eine Leitbache, ein Keiler, drei Frischlingsbachen und zwei Frischlingskeiler geben regelmäßig Signale über ihre Standorte im Bereich Sirchingen, Seeburg, Rietheim, Dottingen und Gächingen ab. Die minimale Ausdehnung beträgt dabei 670 Hektar (Leitbache), die maximale Ausdehnung 1.263 Hektar (Keiler.

Aktuelles (Stand Juni - Juli 2013)
Es sind nach wie vor 7 Schweine besendert. Die minimale Ausdehnung hatte diesmal eine Frischlingsbache (560 Hektar), die maximale Ausdehnung erneut der Keiler (1.500 Hektar).

Aktuelles (Stand September 2013)
Momentan sind nur 5 Schweine besendert. Die 2 verlorengegangenen Sender sind jedoch wieder im Besitz der Wildforschungsstelle Aulendorf. Im Herbst wird wieder versucht, Tiere zu besendern. Die Hoffnung ist dann, 10 Tiere orten zu können.

Aktuelles (Stand Dezember 2013)
Die Wildforschungsstelle Aulendorf hat mehrfach versucht, Tiere an den Sender zu bekommen. Obwohl Schweine die Falle regelmäßig aufgesucht haben, stellte sich der Erfolg bei den Fangaktionen nicht ein. Die minimale Ausdehnung hatte diesmal die Leitbache (760 Hektar), die maximale Ausdehnung eine "Frischlings"bache (erstaunliche 4.740 Hektar).

Aktuelles (Stand Januar 2014)
Momentan sind nur 4 Schweine besendert. Anfang des Jahres wurde versehentlich ein Senderschwein erlegt. Das Halsband war für den Schützen unter dem Winterhaar nicht erkennbar. Das Tier wurde damals als männlicher Frischling Anfang 2013 am Föhrenberg besendert.
Die Wildforschungsstelle Aulendorf wird nun so schnell wie möglich wieder versuchen, Tiere zu besendern. Die Hoffnung ist dann, rund 10 Tiere orten zu können.

Parallel wurde auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen eine zweite Falle aufgebaut. Auch hier werden Schweine besendert, um deren Raumnutzungsverhalten zu untersuchen. Zwar besteht auf dem Truppenübungsplatz die besondere Situation, dass hier keine Landwirtschaft betrieben wird und somit auch keine Wildschäden entstehen. Andererseits ist unbekannt, ob und in welchem Umfang an den Truppenübungsplatz angrenzende landwirtschaftliche Flächen von diesem Schwarzwild genutzt werden.

Aktuelles (Stand Oktober 2014)

Im bisherigen Untersuchungszeitraum wurden 21 Tiere besendert, darunter waren 5 Wiederfänge, d. h. 16 verschiedene Individuen konnten besendert werden. Insgesamt wurden dabei mehr als 100.000 Ortungen abgegeben. Die bisher festgestellte Jahres-Streifgebietsgrößen bewegen sich zwischen 2.000 ha (alte Bachen) und 7.000 ha (junger Keiler). Dabei hält sich diese „Alb-Rotte“ hauptsächlich in einem Gebiet von 1.000 ha zwischen Sirchingen, Gächingen, Dottingen und Seeburg auf. In diesem Bereich ist es wahrscheinlich die einzige Rotte.

Man kann die Schweine als „Waldschweine“ bezeichnen, da sie sich v. a. im Wald aufhalten. U.a. ist dabei die Kernzone Föhrenberg ein Einstand der Rotte, aber sie nutzt auch ein wesentlich größeres Gebiet außerhalb der Kernzone. Es zeigt sich momentan auch, dass die Grünlandschäden durch Schwarzwild um den Föhrenberg geringer sind als in den anderen Untersuchungsbieten.

Auf dem ehem. Truppenübungsplatz konnte ebenfalls ein Wildschwein besendert werden. Eine Überlauferbache sendet jetzt ebenfalls Signale nach Aulendorf.

Aktuell sind damit im Biosphärengebiet Schwäbische Alb 7 Schweine am Sender (6 am Föhrenberg, 1 auf dem TÜP). Ab November versucht die Wildforschungsstelle wieder, Schweine zu besendern. 

Aktuelles (Stand November 2014)

Im November wurden in der Falle auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz zwei Überläuferbachen mit Frischlingen gefangen. Die Bachen (30kg und 35 kg Wildbretgewicht) wurden besendert.  Damit liegt die Anzahl der markierten Schweine auf der Alb derzeit bei 9 Tieren (3 auf dem Truppenübungsplatz, 6 auf dem Föhrenberg).

Aktuelles (Stand Dezember 2014)

Die Senderschweine sind in Bewegung.  4 der 5 Senderschweine vom Föhrenberg sind bereits einige Tage vor der revierübergreifenden Drückjagd am Föhrenberg zum Truppenübungsplatz gewandert. Das letzte am Föhrenberg verbliebene Senderschwein ist 2 Tage nach der Drückjagd zum TÜP gewechselt und befindet sich seitdem dort.  Ende November sind die anderen 4 Sendersauen zurück zum Föhrenberg gewechselt. Lange waren sie dort nicht, sondern dann erneut in den Westen des TÜP gewechselt. Aktuell halten sich alle Senderschweine auf dem Truppenübungsplatz auf.

Aktuelles (Stand April 2015)

Ein Frischlingskeiler, der im Februar 2015 erst besendert wurde, hat sein Halsband schon wieder abgestreift. Das Halsband konnte von der Wildforschungsstelle Aulendorf geborgen werden.

Aktuelles (Stand April 2015)

Am 11.04.2015 organisierte der Arbeitskreis "Lokale Gruppe Schwarzwild" einen Praxistag Grünlandreparatur für Landwirte, Jäger, Förster und andere Interessierte. Auf einer Wiesenfläche bei Hohenstein-Meidelstetten, die von Wildschweinen stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, gab es Informationen zur Wildschadensschätzung und zur richtigen Verwendung von Nachsaat. Dazu gab es praktische Maschinenvorführungen zur mechanischen Bearbeitung der Schwarzwildschäden. Die Veranstaltung war mit über 100 Besuchern sehr gut besucht

Großes Interesse herrschte beim Praxistag Grünlandreparatur, Fotografie:  Niels Hahn

Zuerst berichtigte Wildschadenschätzer Norbert Reich von seinen Erfahrungen mit Schäden im Grünland. Er berichtete über die Besonderheiten bei dieser Art von Schäden, informierte über zu beachtende Rahmenbedingungen gab spezielle Handlungsempfehlungen, bevor jeder sich selbst an der Schätzung eines Grünlandschadens versuchen konnte.

Großes Interesse beim Grünlandtag

Wendelin Heilig vom Landwirtschaftsamt des Landkreises Reutlingen informierte über die verfügbaren und einsetzbaren Saatgutmischungen, speziell für Standorte auf der Schwäbischen Alb. Bei der Beschaffung von Saatgut muss ferner beachtet werden, ob ggf. eine FFH-Mähwiese nachgesät werden soll, für die spezielles Saatgut verwendet werden muss.

 

Anschließend wurden folgende vier Maschinen bzw. Kombinationen an der naheliegenden Wildschadensfläche zum Einsatz gebracht:

1. Wiesenhobel

2. Planiermeister

3. Mulchgerät und Vredo-Nachsaatgerät

4. Kreiselegge-Sämaschine

Die Anwesenden konnten sich über die Funktionsweisen und Kosten informieren und im Anschluss die Bearbeitungsergebnisse direkt miteinander vergleichen. Wendelin Heilig und Peter Eberhardt kommentierten die Ergebnisse und gaben konkrete Einsatzempfehlungen für die jeweilige Maschine ab.

Folgende Dokumente können Sie hier runterladen:

Handout Grünlandreparatur

Handout Wildschadensschätzungen

Handout Berechnung Wildschaden

Saatempfehlungen MLR

Aktuelles (Stand Juni 2015)

Eine Anfang Juni 2014 besenderte Überläuferbache hat ihr Halsband termingerecht nach einem Jahr abgeworfen. Eine im Februar 2015 besenderte Frischlingsbache wurde Ende Mai versehentlich erlegt.

Ende Mai konnten am Föhrenberg vier Tiere besendert werden. Drei Neubesenderungen (1 adulte Bache, 2 Überläuferkeiler) und eine Wiederbesenderung einer bereits vor einem Jahr gefangenen Bache. Insgesamt sind damit aktuell im Biosphärengebiet wieder acht Tiere aktiv am Sender, fünf halten sich im Föhrenberggebiet auf, zwei auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz und eine westlich vom davon.

Aktuelles (Stand Juli 2015)

In den vergangenen vier Wochen konnten von der Wildforschungsstelle erneut Schweine besendert werden. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz sind zwei Überläuferbachen (beide führend, ca. 30kg) besendert worden. Am Föhrenberg ging eine Rotte mit 2 Bachen (45kg, 50kg) und 10 Frischlingen in die Falle. Die adulten Tiere wurden ebenfalls besendert.

Damit sind im Biosphärengebiet Schwäbische Alb 12 Schweine am Sender, davon 5 auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz.

Arbeitskreis "Lokale Gruppe Schwarzwild"

Am 07. Juni 2013 gab es in Münsingen-Dottingen einen ersten Workshop mit Jägern, Förstern, Landwirten und Vertretern von Kommunen und des Biosphärengebiets. Der Workshop diente als Einstieg für das moderierte Schwarzwildmanagement, das projektbegleitend durchgeführt wird (siehe unten). Erste Ergebnisse konnten erarbeitet werden, die es nun mit Vertretern der einzelnen Gruppierungen zu verfeinern gilt (Protokoll des ersten Workshops).

Mittlerweile hat sich eine "Lokale Gruppe" mit Vertretern aus Jägerschaft, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen vielfach Mal getroffen. Der Arbeitskreis nahm die Themen des Workshops vom 07. Juni 2013 auf und verfeinerte die Inhalte. So gibt es Überlegungen, hinsichtlich des Schadmonitorings von Schwarzwild an landwirtschaftlichen Flächen ein internetbasiertes Schwarzwild-Informationssystem (SIS) im Untersuchungsgebiet zu etablieren. In Bayern hat man damit sehr gute Erfahrungen gemacht (Schwarzwildinformationssystem in Bayern). Ein Projektantrag soll in Kürze an das MLR gerichtet werden.

Inzwischen wurden von der Arbeitsgruppe sehr viele weitere Themen des Workshops diskutiert und Lösungen erarbeitet. Die Ergebnisse wurden sogar schon Claus Schmiedel (Vorsitzender der SPD Landtagsfraktion Baden-Württemberg) präsentiert. Claus Schmiedel zeigte sich beeindruckt von der Fülle der Themen und hat viele für ihn wichtige Anregungen mitnehmen können.  

An einer Informationsveranstaltung am 18.10.2014 in der Zehntscheuer Münsingen wurde eine erste Zwischenbilanz von den Untersuchungen der Wildforschungsstelle und der Arbeit der lokalen Arbeitsgruppe präsentiert. Die Referate der lokalen Arbeitsgruppe erhalten Sie nachfolgend: Präsentation Zwischenergebnisse "Moderiertes Schwarzwildmanagement" 

Projektbeschreibung
Im Arbeitskreis „Wald, Holz und Jagd“ des Rahmenkonzepts des Biosphärengebiets Schwäbische Alb wurde ein Wildforschungsprojekt als Leitprojekt formuliert. Es geht um die Frage, ob die Kernzonen des Biosphärengebiets aufgrund ihrer besonderen Jagdregelung bevorzugte Rückzugsräume für Schwarzwild darstellen und ob dadurch ein erhöhter Wildschadensdruck auf die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen zu erwarten ist.

Neben den wildbiologischen Untersuchungen soll ein moderiertes Schwarzwildmanagement zur Konfliktlösung unter Einbeziehung der Raumschaft über drei Jahre hinweg stattfinden. Das Projekt kann nur funktionieren, wenn sich Jägerschaft, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und die Kommunen durch ihre Erfahrung einbringen.

Hintergrund
Eine der Vorgaben der UNESCO für die Anerkennung von Biosphärenreservaten ist die Einrichtung einer Kernzone, die mind. 3% der Gesamtfläche umfassen soll. Nach dem Motto „Natur Natur sein lassen“ soll sich hier die Natur möglichst unbeeinflusst durch den Menschen entwickeln können. Im Biosphärengebiet Schwäbische Alb wurden 33 Kernzonen mit insg. rund 2.645 Hektar Fläche ausgewiesen, die 3,1% der Gesamtfläche des Gebiets umfassen. Es handelt sich fast ausschließlich um Waldbereiche, in denen sich in den nächsten Jahrzehnten die „Urwälder von morgen“ entwickeln werden. Die forstliche Nutzung wurde mit Ausnahme von Verkehrsicherungsmaßnahmen entlang der freigegebenen Wege sowie von Waldschutzmaßnahmen eingestellt. Die jagdliche Nutzung wurde ebenfalls deutlich eingeschränkt, jedoch in Abstimmung mit dem deutschen Komitee der UNESCO nicht vollständig eingestellt. Grund hierfür ist, dass hohe Schalenwilddichten der wiederkäuenden Wildarten (im Biosphärengebiet ist nur das Reh relevant) aufgrund einer Einstellung der Jagd zu mehr Verbiss führen könnten, wodurch verschiedene Baum und andere Pflanzenarten unterschiedlich stark beeinträchtigt würden. Je nach Schalenwilddichte und Größe der Kernzonen sowie der Intensität der Bejagung wären Veränderungen der charakteristischen Waldgesellschaften zu erwarten. Gerade die Hang- und Schluchtwälder werden jedoch von der UNESCO als das zentrale Alleinstellungsmerkmal des Biosphärengebiets aus bundesweiter Sicht gesehen. Eine Bejagung ist auch deshalb erforderlich, da Großraubtiere wie Wolf oder Luchs, die in einem vom Menschen unbeeinflussten Ökosystem neben anderen Faktoren eine Schalenwildpopulationen regulieren würden, bei uns fehlen.

Die Einschränkung bzw. Einstellung der Jagd in Schutzgebieten führt aber auch zu der Fragestellung, ob dadurch ein Rückzugsgebiet für Schwarzwild entsteht und somit eine räumliche Konzentration dieser Tierart auftritt, in deren Folge es zu vermehrten Wildschäden auf forst- und landwirtschaftlichen Nutzflächen kommen könnte. Zu dieser Thematik gibt es bislang nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen, die zudem nicht oder nur eingeschränkt auf andere Gebiete übertragen werden können.

Die Wildschadensersatzpflicht für Schwarzwildschäden an landwirtschaftlichen Kulturen muss weiterhin uneingeschränkt von den Jagdgenossen getragen werden. Die Schadensersatzpflicht wird in der Regel von den Jagdgenossen bei verpachteten Jagdrevieren auf die Jagdpächter übertragen. Diese befürchten nun, dass sie kaum mehr Möglichkeiten hätten, die Schäden zu unterbinden, da sich die Wildschweine durch Rückzug in die Kernzonen einer effektiven Bestandsregulierung entziehen könnten. Die Bewirtschafter landwirtschaftlicher Nutzflächen befürchten eine Zunahme der Schäden an Kulturen im Umfeld von Kernzonen und damit verbunden Schwierigkeiten bei der Verpachtung von Jagdrevieren, die an die Schutzgebiete angrenzen.

Das Schwarzwildprojekt im Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Das Projekt hat zum Ziel, am Beispiel ausgewählter Kernzone die Auswirkung der jagdlichen Einschränkung auf die Raumnutzung des Wildschweins (Sus scrofa) und damit verbundener Schäden in der Landwirtschaft zu untersuchen. Dies dient auch der Evaluierung der jagdlichen Regelung für die Kernzone des Biosphärengebiets gemäß der Allgemeinverfügung vom 20.05.2010. Diese wurde befristet erlassen, sodass eine Anpassung auf Grundlage der Projektergebnisse möglich ist.

Das Projekt wird von der Wildforschungsstelle Aulendorf (WFS) in Kooperation mit dem Institut für Wildtierökologie und Wildtiermanagement der Universität Freiburg, WILCON-Wildlife Consulting, dem Bundesforst, der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets und mit Unterstützung durch das Kreisforstamt Reutlingen durchgeführt. Auftraggeber ist das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR). Das dreijährige Projekt ist Teil einer größeren Untersuchung der Wildforschungsstelle zur Schwarzwildproblematik im Umfeld von Schutzgebieten, in der auch die jagdliche Ruhezone im Naturschutzgebiet Wurzacher Ried untersucht wird.

Das Schwarzwildprojekt im Biosphärengebiet umfasst einen wildbiologisch-wissenschaftlichen und einen angewandten Projektteil, der das konkrete Management umfasst.

Ziel des Projektteils ist es, ein sehr genaues Bild der Raumnutzung und der tageszeitlichen Aktivität des Schwarzwilds im Umfeld der untersuchten Kernzone zu erhalten. Hierzu wurden bereits sieben Wildschweine mit einem Halsbandsender markiert (drei weitere werden noch folgen). Der Einsatz dieser Technik erlaubt eine „lückenlose“ Überwachung der markierten Tiere. Tagsüber wird jede Stunde und nachts jede halbe Stunde per GPS-Technik eine Lokalisierung des Aufenthaltsortes durchgeführt. Die Übermittlung verläuft dank der innovativen Technik vollautomatisch, indem das Senderhalsband die Koordinaten per SMS an den Rechner der Wildforschungsstelle sendet. Im Unterschied zu herkömmlichen Methoden der Telemetrie, bei der die besenderten Tiere von Hand mit Antennen angepeilt werden, tritt nach dem Fang und der Markierung keine Beeinflussung durch die Verfolgung und Ortung der Tiere auf. Überzeugend ist auch die Genauigkeit der Ortungen der im Projekt verwendeten GPS-GSM Satelliten-Telemetrie, die wesentlich höher ist als bei der klassischen terrestrischen Radiotelemetrie.

Mit der verwendeten Technologie ergibt sich somit ein sehr genaues Bild der Raumnutzung und tageszeitlichen Aktivität. Dies soll Aufschluss darüber geben, ob die Tiere bevorzugt die Kernzone als Ruheplatz aufsuchen, ob sie hier auch zur Nahrungsaufnahme verweilen oder in wie weit sie hierfür landwirtschaftliche Flächen im nahen Umfeld der Kernzone aufsuchen. Am Institut für Wildtierökologie und Wildtiermanagement der Universität Freiburg wird projektbegleitend eine Dissertation durchgeführt.

Moderiertes Schwarzwildmanagement
Inhalt dieses Projektteils sind Fragestellungen der Jagdpraxis und der Wildschäden in der Landwirtschaft. Ziel ist die Erarbeitung eines mit allen Interessensgruppen wie Jägerschaft, Landwirtschaft, Naturschutz, ForstBW, Bundesforst und Kommunen abgestimmten Schwarzwildmanagements im Projektgebiet.

Zunächst sind hierfür die Erfassung der aktuellen Jagdpraxis und das gemeinsame Erarbeiten von ggf. notwendigen Verbesserungsmöglichkeiten mit allen Beteiligten erforderlich. Über regelmäßige Arbeitstreffen und Befragungen wird die Einschätzung der Konfliktsituation aufgrund der Schutzgebietsausweisung bzw. der jagdlichen Einschränkungen ermittelt. Zudem wird ein Meldesystem der Schwarzwildschäden in der Landwirtschaft für Jäger und Landwirte aufgebaut, um ein möglichst aussagekräftiges Monitoring zu etablieren. Dies soll Aufschluss darüber geben, ob im Umfeld der Kernzone im Laufe der drei Jahre mehr Wildschäden auftreten als außerhalb des Einflussbereichs der Kernzone, die auf die eingeschränkte Bejagung zurückgeführt werden können.

Auf Grundlage der Ergebnisse des wildbiologischen Projektteils und des moderierten Prozesses mit allen Beteiligten soll ein Schwarzwildmanagementkonzept entwickelt werden, das die Anforderungen an die Kernzonen bestmöglich berücksichtigt.

Projektbeschreibung als pdf-Datei