Aus bundesweiter Sicht zeichnet sich das Biosphärengebiet Schwäbische Alb unter anderem durch die ausgedehnten Kalkmagerrasen und Wacholderheiden der Albhochfläche und entlang des Großen Lautertals aus. Insbesondere durch den Rückgang der Schäferei in den letzten Jahrzehnten sind diese sehr artenreichen Lebensräume vielfach durch Verbuschung verschwunden oder durch starke Verschattung beeinträchtigt. Ziel der Biotopverbundprojekte im Biosphärengebiet ist die Wiederherstellung großflächig offener, gehölzarmer Kalkmagerrasen unter Berücksichtigung eines vielfältigen, attraktiven Landschaftsbildes und der unterschiedlichen Habitatansprüche der charakteristischen Arten. Hierfür werden Sträucher und Gehölze auf verbuschten Wacholderheiden zurückgedrängt sowie Waldränder aufgelichtet und zurückgenommen.

Als Grundlage der Maßnahmenplanung wurden zunächst gefährdete Schmetterlings- und Heuschreckenarten im Gelände kartiert. Von dieser Bestandssituation wurde die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs abgeleitet und die Planungen mit den zuständigen Behörden, den Eigentümern, den Schäfereien und den Naturschutzverbänden abgestimmt.
Beispiele für gefährdete Schmetterlinge und Heuschrecken der Kalkmagerrasen sind im Folgenden dargestellt.

Kreuzenzian Ameisenblaeuling, Foto: Gabriel Hermann

Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Maculinea rebeli)
Rote Liste Ba-Wü: 2 stark gefährdet. Foto: Gabriel Hermann


BSG Maculinea arion Weibchen Onobrychis, Foto: Gabriel Hermann

Schwarzfleckiger Ameisenbläuling (Maculinea arion)
Rote Liste Ba-Wü: 2 stark gefährdet (FFH-Anh. IV). Foto: Gabriel Hermann

 Graublauer Blaeuling, Foto: Gabriel Hermann

Graublauer Bläuling (Pseudophilotes baton)
Rote Liste Ba-Wü: 2 stark gefährdet. Foto: Gabriel Hermann

Kleiner Heidegrashuepfer Maennchen, Foto: Gabriel Hermann

 Kleiner Heidegrashüpfer (Stenobothrus stigmaticus)
Rote Liste Ba-Wü: 2 stark gefährdet. Foto: Gabriel Hermann


Rotfluegelige Schnarrschrecke, Foto: Gabriel Hermann

Rotflügelige Schnarrschrecke (Psophus stridulus) R
ote Liste Ba-Wü: 2 stark gefährdet. Foto: Gabriel Hermann

Decticus verrucivorus Warzenbeißer Bedretto Ticinotal Tessin 20160910, Foto: Sebastian Sändig

Warzenbeißer (Decticus verrucivorus)
Rote Liste Ba-Wü: stark gefährdet. Foto: Sebastian Sändig 


Biotopverbundprojekt in Münsingen

Gefördert durch die Stiftung Naturschutzfonds

Stiftung Naturschutzfond

Das Biotopverbundprojekt in Münsingen wird durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg finanziert und hat die Laufzeit von 2017 bis 2020. Projektpartner sind die Eigentümer der für Biotopverbundmaßnahmen in Frage kommenden Flächen, die Stadt Münsingen und die Bruderhaus Diakonie mit Sitz in Reutlingen. Das Kreisforstamt Münsingen betreut die zum Stadtwald Münsingen gehörenden Wacholderheiden. Als zuständige Behörden sind das Referat 56 des Regierungspräsidiums Tübingen sowie die Untere Naturschutz- und Forstbehörde des Landkreises Reutlingen involviert. Wichtige Partner bei der Maßnahmenumsetzung sind der Landschaftserhaltungsverband Reutlingen und die örtlichen Schäfereibetriebe. Die Koordinierung des Projekts übernimmt die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets.

Im Winter 2017/2018 wurden bereits erste Pflegemaßnahmen im Großen Lautertal durchgeführt. Dies betraf einmal die Wacholderheide am Machtelsberg bei Hundersingen, die Buttenhausener Tonhalde und die Buttenhausener Eichhalde. Für den Winter 2018/2019 sind weitere Maßnahmen an den oben genannten Wacholderheiden sowie zusätzlich an der Galgenhalde bei Buttenhausen und im Heiligental bei der Wittstaig geplant bzw. bereits in Umsetzung. Insgesamt werden in den beiden Wintern Erstpflegemaßnahmen auf ca. 20 Hektar (29 Fußballfelder) Wacholderheiden umgesetzt sein.

Die folgenden Abbildungen vermitteln einen ersten Eindruck der umgesetzten Maßnahmen. Sie werden im weiteren Projektverlauf ergänzt.

Tonhalde vorher









Tonhalde nachher

Abb. 1: Die Buttenhausener Tonhalde vor (oben) und nach (unten) Umsetzung der Pflegemaßnahmen im Winter 2017/2018.
Fotos: Geschäftsstelle Biosphärengebiet.

Machtelsberg vorher

 Machtelsberg nachher

Abb. 2: Wacholderheide am Machtelsberg vor (oben) und nach (unten) Umsetzung der Pflegemaßnahmen im Winter 2017/2018.
Fotos: Geschäftsstelle Biosphärengebiet.

Machtelsberg Ziegenweide, Foto: S. Geißler-Strobel

Machtelsberg Ziegenweide nachher, Foto: S. Geißler-Strobel

Abb. 3: Teilfläche am Machtelsberg vor (oben) und nach (unten) Umsetzung der Pflegemaßnahmen im Herbst 2018. 
Fotos: S. Geißler-Strobel

Machtelsberg oben, vorher, Foto: S. Geißler-Strobel

Machtelsberg oben, nachher, Foto: S. Geißler-Strobel

Abb. 4: Teilfläche am Machtelsberg vor (oben) und nach (unten) Umsetzung der Pflegemaßnahmen im Herbst 2018. 
Fotos: S. Geißler-Strobel

 

Biotopverbundprojekte in Gomadingen und Schelklingen

Die Biotopverbundprojekte in Gomadingen und Schelklingen werden durch die „Sondermittel der Fraktionen Bündnis 90 / Die Grünen und CDU“ finanziert. Die Laufzeit beträgt von 2018 bis 2020. Projektpartner sind die Kommunen als Flächeneigentümer, die zuständigen Naturschutz- und Forstverwaltungen, die Landschaftserhaltungsverbände sowie die bewirtschaftenden Schäfereibetriebe.

Im Sommer 2018 wurde die Geländekartierung von gefährdeten Schmetterlings- und Heuschreckenarten durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurden Maßnahmenkonzepte abgeleitet und mit den Behörden, Eigentümern und Bewirtschaftern abgestimmt. Im Winter 2018/2019 werden erste Maßnahmen umgesetzt, die nach der Umsetzung auch hier vorgestellt werden.