Ausgehend vom sogenannten fruchtbaren Halbmond von Palästina bis zum Oberlauf des Tigris erreichten um die Mitte des 6.Jahrhunderts ackerbauliche Kenntnisse und Praktiken zum Anbau von Kulturpflanzen und Viehzucht über den südosteuropäischen Donauraum schließlich auch süddeutsche Regionen wie die Schwäbische Alb. Der bisher sonst jagende und sammelnde, nicht ansässige Mensch entwickelte nach und nach ein Dasein in festen Siedlungen mit dauerhaften Tätigkeiten im Bereich Ackerbau, Viehzucht und Handwerk (bspw. Weberei, Gebrauch von Keramik und Herstellung von Steingeräten wie Beilen) zur Sicherung seiner Existenz – die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen etablierte sich. Die intensive Nutzung der Flächen durch den Anbau von Getreide (Emmer, Einkorn, Gerste, vereinzelt Hirse), Hülsenfrüchten (Linse und Erbse), und Ölpflanzen (Lein und Mohn) sowie der Eingriff durch starke Holznutzung, Viehzucht und Waldweide und der Bau von Siedlungen auf der Schwäbischen Alb ließen deutliche Spuren in der zuvor unbearbeiteten Landschaft in Form von Bodenerosion zurück. Heutzutage ist die Landschaft im Biosphärengebiet Schwäbische Alb nach wie vor stark geprägt von der landwirtschaftlichen Nutzung, im Vergleich zu anderen Regionen erfolgt sie jedoch weitgehend gemäßigt und bietet Potenzial und Raum für vielfältige, artenreiche Lebensräume1.

 

1 Deigendesch, R. und Morrissey, C. (2008): Kleine Geschichte der Schwäbischen Alb, Leinfelden-Echterdingen.