Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb zeichnet sich durch einen großen Strukturreichtum aus. Rund 42.800 ha und somit 50,6 % der Flächen im Biosphärengebiet werden für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. 15.721 ha, also 18,5 % der Gesamtfläche, sind dabei mit Ackerland und rund 32 % mit Grünland bedeckt. Der Grünlandanteil wiederum setzt sich aus Heiden (5,6%), Wiesen (20,4%) und Streuobstwiesen (6,1%) zusammen.1

Die Unterschiede der Landnutzungsformen ergeben sich durch die verschiedenen klimatischen und geologischen Bedingungen, aus denen sich dann die vier Teilräume Albvorland, Albtrauf, Kuppen- und Flächenalb herausbilden. Das Albvorland weißt durch das milde Klima und die hohe Niederschlagsrate gute Böden vor, die größtenteils mit großflächigen Ackerbaubereichen bedeckt sind. Den Übergang zwischen Albvorland und Albtrauf bilden die für die Alb charakteristischen Streuobstwiesen sowie kleinere Weinbaugebiete. Hohe Niederschläge und kleine felsdurchsetzte Flächen sowie ein Wechsel zwischen Grünland und Wald mit den markanten Hang- und Schluchtenwäldern prägen die Bereiche des Albtraufs. Auf flacheren Hängen findet man stellenweise Wacholderheiden und Magerrasen vor, Ackerflächen hingegen so gut wie gar nicht. Die Kuppenalb ist ebenfalls eher kleinräumig strukturiert und weist einen hohen Anteil an Wald und Grünland auf. Geringe Durchschnittstemperaturen von 6,3°C sowie ein karger Boden ermöglichen nur eine geringe ackerbauliche Nutzung. Artenreiche Hecken und Feldgehölze sind hier verstärkt vorzufinden. Der Truppenübungsplatz in Münsingen stellt eine für den Naturschutz bedeutende, großflächig extensiv genutzte Wiesen- und Weidelandschaft dar, so wie sie im 19. Jahrhundert für die Albhochfläche typisch war. Auf der Flächenalb dominiert der Ackerbau, was auf die verhältnismäßig gute Bodenqualität zurückzuführen ist. Ein kleinteiliger Wechsel von Acker, Wald und Grünland prägt ebenso diesen Teil der Alb.

Die für die Alb typischen Kalkmagerrasen und Wacholderheiden werden überwiegend mit Schafen, aber auch mit Ziegen, Rindern und Pferden beweidet. Auf den größeren Ackerflächen werden Dinkel, Weizen, Gerste, Hafer und Roggen sowie Futter- und Biomassepflanzen (Kleegras, Luzerne, Mais) und Marktfrüchte (v.a. Winterraps) angebaut. Streuobstwiesen nehmen mit 5.187 ha einen großen Teil der landwirtschaftlichen Flächen im Biosphärengebiet ein und beherbergen bei der über bisherige Generationen typischen Pflege um die 5.000 Tier- und Pflanzenarten1. Die Streuobstwiesen sowie die Kalkmagerrasen und Wacholderheiden sind naturschutzfachlich für die Artenvielfalt im Biosphärengebiet von sehr hoher Bedeutung.

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ermöglicht durch die Vielfalt landwirtschaftlicher Nutzungsformen die Herstellung zahlreicher regionaler Produkte wie beispielsweise Apfelsaft, Lammfleisch, Alb-Linsen und Mehl aus alten Getreidesorten, wie Dinkel.

 

 

1 Häring, V. (2018): Periodische Überprüfung des Biosphärenreservats Schwäbische Alb 2009-2018. Münsingen.

LUBW (2018): Umweltinformationssystem Baden-Württemberg. Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg.