UNESCO-Evaluierung

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wurde zehn Jahre alt! Damit rückt es verstärkt in den Fokus der UNESCO – nicht nur zur Gratulation sondern auch zur Evaluation. Alle zehn Jahre sieht die UNESCO gemäß den internationalen Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate eine Überprüfung vor.
Im September 2019 wurde der Bericht zur Evaluation des Biosphärengebiets bei der UNESCO eingereicht.
Sie finden den Bericht hier zur Ansicht:

Evaluierungsbericht

Anlagen zum Evaluierungsbericht

Über die Berichtspflicht hinaus wurde die Evaluation von den Akteurinnen und Akteuren im Biosphärengebiet zudem als Bestandsaufnahme und Chance zur weiteren Optimierung verstanden. Das Ziel war eine objektive Evaluierung, in der wesentliche Entwicklungen und Herausforderungen in den vergangenen Jahren, durchgeführte Maßnahmen und Projekte sowie Optimierungspotenziale reflektiert werden. Vertreterinnen und Vertreter der Akteursgruppen kamen zu Wort mittels einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, qualitativer Interviews, Expertenbefragungen, einem Evaluierungsworkshop sowie Erhebungen in den Behörden und Kommunen im Biosphärenreservat. Darüber hinaus wirkten die Gremien des Biosphärenreservats (Lenkungskreis sowie Vorstand, Beirat und Mitgliedsversammlung des Vereins Biosphärengebiet Schwäbische Alb e.V.) an der Überprüfung mit.

 
Abgabe des Evaluierungsberichts
Versand des Evaluationsberichts an das MAB-Nationalkomitee im September 2019
 
Der vorliegende Überprüfungsbericht folgt in Gliederung und Form den Vorgaben der UNESCO und stellt den wesentlichen Bestandteil der Evaluierung dar.
Zusammenfassend zeigt der Bericht eine positive Entwicklung des Biosphärengebiets auf. Positiv bewertet wurden die große Anzahl an erfolgreichen Modellprojekten. So wurden z.B. mit dem Förderprogramm des Biosphärengebiets, der Einführung der naturschutzorientierten Regionalmarke Albgemacht 2018 sowie der Auszeichnung als nachhaltigste Tourismusregion 2017 bundesweit Akzente gesetzt. Der Bericht weist aber auch auf zahlreiche Herausforderungen im Spannungsfeld ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Interessen hin: So muss z.B. die biologische Vielfalt auch in Zukunft verstärkt gefördert und die nachhaltige Mobilität ausgebaut werden.
 
Exkursion mit dem MAB-Komitee
Vorortbegutachtung durch das deutsche MAB-Nationalkomitee im November 2018


Ergänzt wurde die Evaluation durch eine Vorortbegutachtung durch das deutsche MAB-Nationalkomitee im November 2018. Dieses Gremium vertritt das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ auf nationaler Ebene.
Nun steht noch die Begutachtung durch die UNESCO an: Gemeinsam mit dem MAB-Nationalkomitee bewertet die UNESCO das Biosphärengebiet und spricht Empfehlungen für die künftige Entwicklung aus. Die UNESCO, oder genauer, der internationale Koordinationsrat des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“, wird seine Stellungnahme zum Evaluationsbericht im Juni 2020 mitteilen.

Exkursion mit dem MAB-National-Komitee
Vorortbegutachtung durch das deutsche MAB-Nationalkomitee im November 2018

Die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets lädt zu einer öffentlichen Vorstellung der Evaluationsergebnisse ein am 27.01.2020 ab 18:30 Uhr im Matthäus-Alber-Haus, "Jos-Weiß-Saal“, Lederstr. 81, 72764 Reutlingen. Interessierte werden gebeten sich bis 20.01.2020 unter 07381 932938-0 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anzumelden. 

Repräsentative Bevölkerungsumfrage

5000 Bewohnerinnen und Bewohner des Biosphärengebiets wurden statistisch zufällig ausgewählt und bekamen einen Fragebogen zugeschickt. Der Rücklauf war mit 1.170 beantworteten Fragebögen gewaltig und die Ergebnisse können als repräsentativ für das Biosphärengebiet gewertet werden. Die Umfrage wurde in identischer Form in sieben weiteren Biosphärenreservaten in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt, sodass auch ein Vergleich unter den Biosphärenreservaten möglich ist.
Die Umfrage ergab unter anderem eine sehr hohe Akzeptanz des Biosphärengebiets: So antworteten 73 % der Befragten, dass sie sicher für den Fortbestand des Biosphärengebiets stimmen würden, wenn am nächsten Sonntag darüber abgestimmt werden würde. Nur 2 % lehnen das Biosphärengebiet ab.
Weitere Fragen umfassten den Bekanntheitsgrad des Biosphärengebiets, die Identifikation und Erwartungen sowie das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für das Biosphärengebiet.
Die Ergebnisse der Bevölkerungsfrage wurden inzwischen publiziert und können unter folgendem Link eingesehen werden: Akzeptanz, Identifikation und Engagement: Ansichten und Mitwirkung der Bevölkerung in UNESCO Biosphärenreservaten (AkIdEn)
 

Interviews mit ausgewählten Akteurinnen und Akteuren des Biosphärengebiets

Mit qualitativen Interviews (offen, leitfragengestützt und als Gespräch geführt) haben Prof. Dr. Stoll-Kleemann und Uta Runst von der Universität Greifswald 35 Akteurinnen und Akteure aus dem Lenkungskreis und dem Beirat des Vereins Biosphärengebiet Schwäbische Alb e.V. befragt. Die Akteurinnen und Akteuren vertreten das Land Baden-Württemberg, Landkreise, Kommunen, Behörden und Verbänden. Dabei wurden nicht nur persönliche Meinungen erfragt, sondern auch die Meinung der Menschen und Fachbereiche, die die interviewten Personen vertreten.
Die Interviews ergaben, dass mit der Umsetzung der Leitprojekte des Rahmenkonzepts, der Projekte des Förderprogramms des Biosphärenreservats und der Durchführung von Forschungsvorhaben das Biosphärengebiet als Erfolgsgeschichte und tatsächlich als Modellregion für nachhaltige Entwicklung gelten kann.
Die Ergebnisse sind als Publikation eingereicht und werden voraussichtlich Anfang 2020 veröffentlicht.