Hier finden Sie Neuigkeiten und Aktuelles aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Dabei sind die Nachrichten nachstehend nach Erscheinungsdatum aufgelistet.

Zahlreiche spannende Exkursionen und Veranstaltungen unserer Biosphärengebiets-Partner, Aktionen im Biosphärenzentrum Schwäbische Alb sowie bunte und vielfältige Messen und Märkte, bei denen auch das Biosphärengebiet zu Gast ist, finden Sie in unserer Terminübersicht 2019.

Veranstaltungen des Junior Ranger-Programms finden Sie in der Rubrik Junior Ranger, jeweils in den einzelnen Stufen untergliedert. 


 

Die Grosse Lauter
Die Grosse Lauter

Die Große Lauter ist Deutschlands Naturwunder 2019  

Seit zehn Jahren zeichnen der Dachverband der deutschen Großschutzgebiete, EUROPARC Deutschland e. V. und die Heinz Sielmann Stiftung gemeinsam Deutschlands Naturwunder aus. Unter dem Motto „Wilde Bäche und Flüsse“ stimmten rund 6.000 Naturfreunde für einen der zwölf Kandidaten aus den Nationalen Naturlandschaften. Nun steht der Gewinner fest: Die Große Lauter ist das Naturwunder 2019.

Mit fast einem Viertel aller abgegebenen Stimmen gewann die Große Lauter im Biosphärengebiet Schwäbische Alb die Publikumswahl und ist somit Deutschlands Naturwunder 2019. Auf Rang zwei konnte sich der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit seinen charakteristischen Prielen platzieren (23 %), Rang drei belegt das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe mit der Elbe als drittgrößten Strom Deutschlands (10 %). 

Die Große Lauter schlängelt sich auf 37 Kilometern Länge durch ihr burgenreiches Tal und mündet in die Donau. Der Fluss bietet auf der sonst meist wasserarmen Alb Lebensraum für zum Teil seltene und gefährdete Tiere. Neben Eisvogel und Bachmuschel finden beispielsweise Biber, Wasseramsel, Groppe und Bachforelle an der Lauter ein zu Hause.

„Wir gratulieren zum Titel Naturwunder 2019. Als Teil der Nationalen Naturlandschaften ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ein Hotspot der biologischen Vielfalt, nicht nur einzelne Arten stehen im Fokus, sondern die Vielfalt an Ökosystemen sowie die Menschen, die dort leben, arbeiten und die Natur genießen“, sagt, Dr. Elke Baranek, Geschäftsführerin EUROPARC Deutschland e. V. „Intakte, wassergebundene Lebensräume sind eine bedeutende Lebensgrundlage. Sie zu schützen und zu erhalten ist daher eine unserer wichtigsten Aufgaben.“

Achim Nagel, Leiter der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb zeigt sich begeistert: „Wir freuen uns sehr die Publikumswahl gewonnen zu haben und bedanken uns ganz herzlich bei allen, die mitgemacht und für unser Biosphärengebiet gestimmt haben!“ Dieses tolle Ergebnis zeigt, dass die Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb gemeinsam mit der Region nicht nur erfolgreiche Projekte in den Bereichen Naturschutz, Regionalentwicklung und nachhaltigen Tourismus umsetzt, sondern das Gebiet auch eine beeindruckende und faszinierende Landschaft vorzuweisen hat.

Für September 2019 ist die offizielle Preisübergabe der Heinz Sielmann Stiftung in Münsingen geplant.

Hintergrundinformation:
Die Heinz Sielmann Stiftung wurde 1994 von Prof. Heinz Sielmann und seiner Frau Inge Sielmann als öffentliche Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Die Arbeitsschwerpunkte der Stiftung sind der Erhalt der Artenvielfalt, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Naturschutz und die Bewahrung des filmischen Erbes von Naturfilmpionier Heinz Sielmann.

Das vollständige Abstimmungsergebnis der Wahl zu Deutschlands Naturwunder ist online unter
https://www.sielmann-stiftung.de/naturwunder/ einsehbar.

Bildunterschrift:
Blick von der Ruine Wartstein auf die Große Lauter im unteren Lautertal, Foto: Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Die ersten sechs Wanderwege der »hochgehberge« konnten jetzt bei Neuffen, Beuren, Münsingen und Gomadingen als Premiumwander- und Premiumspazierwanderwege zertifiziert werden. Im Rahmen der Kooperationssitzung aller Projektpartner der »hochgehberge« am 13. November 2018 in Gomadingen wurden die Zertifikate an die Kommunen übergeben. Kriterien für eine Auszeichnung als Premiumwander- und Premiumspazierwanderweg sind u. a. eine naturnahe Wegeführung mit einem sehr geringen Anteil asphaltierter Strecken, ein abwechslungsreiches Landschaftsbild und eine ausreichende Beschilderung und Markierung, die das Wandern ohne Karte ermöglicht. So führen die sechs Touren auf naturbelassenen Wegen durch das UNESCO zertifizierte Biosphärengebiet Schwäbische Alb und tragen die vielversprechenden Namen »hochgehkeltert«, »hochgehfestigt«, »hochgehgrenzt«, »hochgehbürzelt«, »hochgehhütet«, und »hochgehsprudelt«. Eine Infobroschüre mit Wegebeschreibungen wird auf der Messe Familie und Heim vom 17. bis 25. November 2018 auf dem Stuttgarter Messegelände am Stand der »hochgehberge« erstmals präsentiert und kann auf der Homepage www.hochgehberge.de heruntergeladen werden. Später werden die Broschüren auch zur Mitnahme in den Infozentren des Biosphärengebiets Schwäbische Alb sowie den Rathäusern und Tourist Informationen ausgelegt und können über die Geschäftsstelle hochgehberge im Landratsamt Esslingen bezogen werden; Kontakt iDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Öffentliche Exkursion zur Vorstellung des Projekts: „Biotopverbund von Kalkmagerrasen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ am 16. Juli 2018 an der Tonhalde in Münsingen-Buttenhausen.

Die Wacholderheiden prägen den Charakter der Schwäbischen Alb und stellen eines der Alleinstellungsmerkmale des Biosphärengebiets aus bundesweiter Sicht dar. Die sehr artenreichen und landschaftlich reizvollen Lebensräume sind durch jahrhundertelange Beweidung entstanden. Durch den starken Rückgang der Schafhaltung in den letzten Jahrzehnten verbuschen jedoch viele Wacholderheiden oder haben sich bereits zu Wald entwickelt.

Daher liegen die heute noch vorhandenen Wacholderheiden vielfach isoliert voneinander, was den Austausch von Tier- und Pflanzenarten erschwert oder sogar verhindert. Dieser Austausch ist aber beispielsweise für den Erhalt der charakteristischen Schmetterlinge und Heuschrecken dringend erforderlich.

Mit der Aufwertung und Vergrößerung der Wacholderheiden und der Schaffung eines Netzes von kleinen „Trittstein“-Biotopen kann der Austausch von Individuen verbessert werden – man spricht hier von Biotopverbund.

Das Projekt „Biotopverbund von Kalkmagerrasen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ hat das Ziel, im Raum Münsingen den Zustand der Wacholderheiden und den Biotopverbund zu verbessern. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg fördert das Projekt mit 288.000 Euro im Zeitraum 2017 bis 2020. Projektträger ist die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets.

Bei einer öffentlichen Exkursion an der Buttenhausener Tonhalde am Montag, 16. Juli 2018, 18.00 – 20.30 Uhr werden die Ziele des Projekts, sowie bereits umgesetzte und weiter geplante Biotoppflege-Maßnahmen vorgestellt. Treffpunkt für alle Interessierte ist der Parkplatz am südlichen Ortsausgang von Buttenhausen (in Fahrtrichtung Hundersingen rechts abbiegen).

Weiteres Infos: Exkursion Biotopverbund Münsingen-Buttenhausen am 16.07.18

Gemeinsam mit den Stadtwerken Nürtingen wurde ein Kooperationsprojekt gestartet. Die Stadtwerke Nürtingen bieten ab April 2018 unter der Marke „Bienenstrom“ ein Ökostromprodukt mit einer Spende von einem Cent pro verbrauchter kWh am Markt an. Die erzielten Einnahmen fließen dann in, gemeinsam mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb ausgewählte Projekte, die die biologische Vielfalt mit dem Fokus auf Bienen, Wildbienen und blühendem Lebensraum unterstützen. In einem ersten Schritt sollen Maisflächen, die für die Energieerzeugung in Biogasanlagen angebaut werden, in Flächen mit artenreichen Blühmischungen für Biogasanlagen umgewandelt werden. Im Bereich der Biomassekulturen bietet der Anbau der mehrjährigen Blühmischungen (BG 70, Saaten-Zeller) klare Vorteile ggü. den gängigen Reinkulturen wie Mais, Gerste etc. hinsichtlich der vorkommenden Pflanzenarten und deren Nahrungs- und Habitatfunktion aber auch der Umweltwirkungen wie Pestizidverzicht, Erosionsschutz etc. Demgegenüber stehen Ertragseinbußen hinsichtlich der erzielbaren Gasmengen, die im Projekt zu großen Teilen kompensiert werden können.

Neun Landwirte bzw. agrarwirtschaftliche Unternehmen bringen im April/Mai 2018 die Pflanzenmischungen aus und schaffen damit auf einer Gesamtfläche von ca. 13 ha im Biosphärengebiet oder in seinen angrenzenden Bereichen zusätzliche Blühflächen. Die Finanzierung der Projektkosten erfolgt durch den bundesweiten Verkauf von Bienenstrom.

Die Idee und das Konzept zum Bienenstrom entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken Nürtingen und der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Weitere Informationen unter www.bienenstrom.de 

2. Agrobiodiversitätskongress und Landesbiologentag der Umweltakademie und des VBIO e.V.

21. Oktober 2017, Universität Hohenheim, Euroforum

Agrarflächen unterliegen einem starken Zugriffsdruck. Die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung muss daher gesichert werden. Über den Anbau von Lebensmitteln hinaus werden Energiepflanzen und Flächen für weitere bioökonomische Produkte benötigt. Hinzu kommt ein kontinuierlicher Flächenfraß durch die Infrastruktur wie Siedlungen, Gewerbe und Verkehr. Damit einhergehend verursacht die Intensivierung der Produktion auf Agrarflächen weltweite Erosionsschäden sowie Kontaminationen von Böden und Grundwasser. Die Folgen: Dramatischer Schwund der Agrobiodiversität und Verluste von Ökosystemdienstleistungen mit fatale Auswirkungen.