Gemeinsam mit den Stadtwerken Nürtingen wurde ein Kooperationsprojekt gestartet. Die Stadtwerke Nürtingen bieten ab April 2018 unter der Marke „Bienenstrom“ ein Ökostromprodukt mit einer Spende von einem Cent pro verbrauchter kWh am Markt an. Die erzielten Einnahmen fließen dann in, gemeinsam mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb ausgewählte Projekte, die die biologische Vielfalt mit dem Fokus auf Bienen, Wildbienen und blühendem Lebensraum unterstützen. In einem ersten Schritt sollen Maisflächen, die für die Energieerzeugung in Biogasanlagen angebaut werden, in Flächen mit artenreichen Blühmischungen für Biogasanlagen umgewandelt werden. Im Bereich der Biomassekulturen bietet der Anbau der mehrjährigen Blühmischungen (BG 70, Saaten-Zeller) klare Vorteile ggü. den gängigen Reinkulturen wie Mais, Gerste etc. hinsichtlich der vorkommenden Pflanzenarten und deren Nahrungs- und Habitatfunktion aber auch der Umweltwirkungen wie Pestizidverzicht, Erosionsschutz etc. Demgegenüber stehen Ertragseinbußen hinsichtlich der erzielbaren Gasmengen, die im Projekt zu großen Teilen kompensiert werden können.

Neun Landwirte bzw. agrarwirtschaftliche Unternehmen bringen im April/Mai 2018 die Pflanzenmischungen aus und schaffen damit auf einer Gesamtfläche von ca. 13 ha im Biosphärengebiet oder in seinen angrenzenden Bereichen zusätzliche Blühflächen. Die Finanzierung der Projektkosten erfolgt durch den bundesweiten Verkauf von Bienenstrom.

Die Idee und das Konzept zum Bienenstrom entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken Nürtingen und der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Weitere Informationen unter www.bienenstrom.de 

Im Rahmen eines Pressetermins am 27.4.2018 wurde das Projekt erläutert und eine Aussaat von blühenden Wildpflanzen auf einem Acker des Landwirts Dennis Striebel in Münsingen-Buttenhausen vorgenommen. Als Vorsitzender des Lenkungskreises des Biosphärengebiets Schwäbische Alb betonte Regierungspräsident Klaus Tappeser in seinem Grußwort die Chance für das Biosphärengebiet. „Ab sofort haben Verbraucherinnen und Verbraucher durch den Bezug von Bienenstrom die Möglichkeit einen aktiven Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt quasi fast vor ihrer Haustüre zu leisten“, so Tappeser.