Blühendes Biosphärengebiet

Hintergrund

Innerstädtische Grün- und Freiflächen können wertvolle Beiträge zum Erhalt der biologischen Vielfalt im besiedelten Bereich leisten. Unabhängig ob diese Flächen in öffentlicher Hand liegen, auf Betriebsgeländen von Unternehmen oder im Privatbesitz sind, werden sie oftmals als Rasen angelegt und gepflegt. Als Saatgut werden häufig handelsübliche Gebrauchsrasenmischungen verwendet. Die Vielfalt und Anzahl unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten ist auf solchen Flächen gering.

Unsere regionale Blühmischung

Eine Möglichkeit, solche Flächen naturnah und attraktiv, kostengünstig und lebenswert zu gestalten, ist die Begrünung mit hochwertigen Blühmischungen in Kombination mit einer extensiven Pflege. Viele der derzeit angebotenen Blühmischungen bestehen jedoch überwiegend aus einjährigen, oftmals exotischen Sommerblumen, die zwar im ersten Jahr sehr bunt aufblühen, sich danach jedoch nicht dauerhaft halten und für heimische Insekten wie z.B. unsere Wildbienen keine Nahrung bieten. Für den Einsatz im Biosphärengebiet haben wir deshalb mit Unterstützung eines unabhängigen Experten für Botanik Saatgutmischungen entwickelt, die besonders hohe Ansprüche an eine gesicherte, regionale Herkunft erfüllen. Durch die Verwendung von ausschließlich gebietseigenen Sorten wird der Erhalt der genetischen Vielfalt in unserem Naturraum gefördert, da keine Einkreuzung mit Pflanzen aus anderen Regionen oder Ländern erfolgen kann. Die in unseren Mischungen verwendeten Sorten sind besonders gut an die natürlichen Standortbedingungen im Biosphärengebiet angepasst z.B. im Hinblick auf Klima, Boden, Wasser- oder Kalkgehalt. Im Gegensatz zu kurz gemähten Rasenflächenbieten die schön blühenden, höher gewachsenen blumenbunten Flächen dem menschlichen Auge eine willkommene Abwechslung.

Pflege: Hat sich eine Blühmischung gut etabliert, ist der weitere Pflegeaufwand in der Regel gering: die Flächen müssen lediglich einmal pro Jahr gemäht werden und das Mahdgut abgeräumt werden. Wichtig dabei ist zu beachten, dass die Pflanzen Blüten entwickeln und Samenstände ausbilden können. Dadurch bleibt der bunte Blühaspekt nachhaltig erhalten.

NI Echtes Labkraut

oben: Echtes Labkraut (Galium verum), Foto: Lydia Nittel

 D004186Wiesen Glockenblume Campanula patula 

unten: Wiesen-Glockenblume (Campanula patula), Foto: Dietmar Nill