Gruppe von jungen Rangern wird ausgebildet Schützen & Entwickeln
Gruppe von jungen Rangern © Dorothea Kampmann

Ranger*innen im Biosphärengebiet

Über 300.000 Ranger*innen setzen sich weltweit dafür ein Naturschätze zu bewahren. Dabei sehen sie sich als Mittler zwischen Mensch und Natur. Es zeigt sich immer wieder, dass wertvolle Lebensräume durch den Andrang zu vieler Naturliebhaber*innen beeinträchtigt werden, wenn sie nicht fachkundig erklärt, betreut und geschützt werden.

Daher ist wichtig, die Bevölkerung sowie Gäste in Schutzgebieten umfassend und auf verschiedene Art und Weise zu informieren, zu sensibilisieren, nachzufragen, anzubieten, anzuklopfen und Verbündete zu gewinnen. Die Tätigkeiten der Ranger*innen im Biosphärengebiet, die genau diese Aufgaben abdecken, teilen sich in verschiedene Bereiche auf.

Was machen eigentlich die Ranger*innen im Biosphärengebiet?

Schutzgebietsbetreuung

Nicht nur auf Streife unterwegs

Am Wochenende kann man die Ranger*innen auf ihrem Streifgang antreffen. Sie beobachten den Zustand von Flora und Fauna und kommen mit Menschen ins Gespräch. Sie beantworten Fragen, weisen auf besondere Pflanzen- oder Tierarten hin und achten auf die Einhaltung der Regeln in Schutzgebieten. Neben der Streife gibt es noch viele weitere Aufgaben für die Ranger*innen bei der Schutzgebietsbetreuung.

Ranger auf Streife am Wasserfall

Ranger am Wasserfall © Biosphärengebiet

Biosphärenreservate geben Beispiele dafür, wie der Schutz der biologischen Vielfalt und der natürlichen Ressourcen mit einer nachhaltigen Nutzung einhergehen können. Das gilt auch für die touristische Nutzung. Hier muss in den Biosphärenreservaten eine Balance zwischen der gewünschten Zunahme an Gästen und dem Schutz der biologischen Vielfalt gewahrt werden. Hier gibt es für die Biosphärengebiets-Ranger*innen viel zu tun, z.B.:

An besonders stark begangenen Wegen helfen die Biosphärengebiets-Ranger*innen Wander*innen mit Wegetipps, Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten oder einer Pflanzenbestimmung weiter. Vor allem aber soll mit Aufklärung auf Verstöße wie z.B. das Verlassen der Wege in Schutzgebieten, das Fahrradfahren auf schmalen Wegen oder das Ausgraben von Pflanzenteilen hingewiesen werden. Meist führen die Ranger*innen ein freundliches Gespräch und können damit das Interesse der Besucher und Besucherinnen wecken und Verständnis erreichen. In schweren, vorsätzlichen Fällen allerdings werden Verstöße direkt angezeigt!

Ein rücksichtsvolles Naturerleben erfordert, dass die Natur nicht gestört oder beschädigt wird. Deswegen wird der/die Besucher*in über abgestimmte und ausgewiesene Wege gelenkt. Ranger*innen melden illegale Wegeführung in Naturschutzgebieten und Kernzonen weiter und arbeiten gemeinsam mit den zuständigen Naturschutz- und Forstbehörden an optimierten Wegekonzeptionen. Sie machen Vorschläge für die Sperrung von Trampelpfaden in besonders sensiblen Bereichen, z.B. auf Magerrasen mit Bodenbrütern oder gesperrten Felsköpfen.

Immer öfter kommt es durch Hitze und Dürre in den Sommermonaten zu einer erhöhten Waldbrandgefahr. Feuermachen im Wald ist daher nur an den offiziellen, fest eingerichteten Feuerstellen auf den Grillplätzen erlaubt. Selbst das Rauchen ist von März bis Oktober im Wald verboten. Kleine unerlaubte Grillstellen werden daher von den Ranger*innen sofort geräumt. In Abstimmung mit Forst- und Naturschutzbehörde werden größere unerlaubte Grillstellen vor der Hauptwandersaison komplett entfernt und die Steine abtransportiert.

Wo finde ich Informationen über Besonderheiten und Regelungen in Naturschutzgebieten?
Karte: Schutzgebiete - Daten- und Kartendienst der LUBW

Was darf ich in den Kernzonen nicht machen?
Kernzonenflyer (PDF)

Wer ist für Naturschutzgebiete im Biosphärengebiet zuständig?
Referat 56 - Naturschutz und Landschaftspflege - Regierungspräsidium Tübingen
Referat 56 - Naturschutz und Landschaftspflege - Regierungspräsidium Stuttgart

Kontakt Schutzgebietsbetreuung:
Florian Holzschuh
Tel.: 07381 932 938-59
E-Mail: florian.holzschuh@rpt.bwl.de

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung im Grünen

Ranger*innen vermitteln anschaulich die vielfältigen und komplexen Aspekte des Biosphärengebiets für Schulklassen, Junior Ranger*innen und Studierende. Ihre Bildungsangebote können drinnen oder draußen in der Natur stattfinden, spielerisch oder auf Hochschulniveau - auf jeden Fall ist es immer spannend.

Ranger bei der Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Ranger mit Gruppe Jugendlicher © Biosphärengebiet

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ist eine zentrale Aufgabe in von der UNESCO anerkannten Biosphärenreservaten. BNE will den Gedanken der Nachhaltigkeit in alle Le-bensbereiche bringen, in denen Menschen lernen. Bildung ist ein besonders wichtiger Arbeitsschwerpunkt der Ranger*innen. Sie sind in vielfältige Angebote der Geschäftsstelle eingebunden und entwickeln je nach Publikum und Thema speziell angepasste Bildungsangebote. Beispiele dafür sind:

Was ist denn das überhaupt, ein Biosphärengebiet? Gibt es da tatsächlich einen Urwald (von morgen)? Welche Tiere wohnen da? Wenn die Ranger*innen die 1.Klassen der Biosphärenschulen besuchen um sich und ihre Arbeit vorzustellen, haben sie alle Hände voll zu tun, die vielen neugierigen Fragen der Schüler*innen zu beantworten. Es ist nicht ganz einfach Begriffe wie Nachhaltigkeit oder Zonierung und Kernzone in kindgerechte Sprache zu verpacken, dabei helfen Spiele und Figuren und viel Kreativität. Zum Abschluss dürfen die Kinder ein Bild malen, auf dem sie ein Tier oder eine Pflanze aus dem Biosphärengebiet oder den/die Ranger*in bei der Arbeit darstellen. Die Bilder werden dann im Biosphärenzentrum ausgestellt.

Wir treffen uns regelmäßig draußen in der Natur, erleben Abenteuer, Spiel und Spaß und lernen dabei das Biosphärengebiet mit seinen Besonderheiten und Zusammenhängen kennen. Hast Du Lust das Biosphärengebiet mit einem/r richtigen Ranger*in zu erkunden? Dann werde doch Junior Ranger*in und bekomme einen Einblick in die Natur der Schwäbischen Alb!

Hier gibt’s einen Flyer, in dem alle Infos stehen

Hier geht’s zum Programm für alle JR Altersstufen

Kontakt Bildung:
Anna-Naemi Krauß
​​​​​​​Tel.: 07381 932 938-57
E-Mail: anna-naemi.krauss@rpt.bwl.de
 

Naturschutz und Forschung

Die Natur aktiv erhalten und beobachten

Wenn die Ranger*innen in den Urwäldern von morgen, den Kernzonen, die Dauerbeobachtungflächen für Insekten und Pflanzen aufsuchen, kommen sie mächtig ins Schwitzen. Sie stellen sicher, dass die Flächen gut markiert sind, sodass die beauftragten Biolog*innen sie immer wieder finden können. Aber auch bei der praktischen Landschaftspflege geht’s zur Sache.

Ranger erneuern die Markierung einer Monitoringfläche. Sie muss für die Untersuchungen der Biologen immer wieder auffindbar sein

Ranger bei Naturschutzaufgaben © Vincent Schmid

Naturschutz gehört zu den elementaren Aufgaben in Biosphärengebieten. Hier spielt neben dem klassischen Naturschutz im engeren Sinn, vor allem der Naturschutz in einem interdisziplinären Ansatz die zentrale Rolle. Um diese naturschutzfachlichen Ziele in den vielfältigen Projekten der Geschäftsstelle zu erreichen ist viel Fachwissen und Abstimmung mit allen Akteuren notwendig. Bei der Umsetzung kommt dann der/die Ranger*in ins Spiel…

Bei Naturschutzprojekten der Geschäftsstelle werden oft Landschaftspflegearbeiten beauftragt, z.B. um zugewachsene Wacholderheiden zu entbuschen und so den Biotopverbund zu verbessern, für bestimmte Falterarten einen Waldrand zu pflegen oder lichte Waldflächen zu schaffen. Der/die Ranger*in begleitet den Auftragnehmer während seines Auftrags regelmäßig, um die naturschutzfachlichen Ziele im Auge zu behalten und kurzfristige Fragen zu lösen. Besonders wertvoll ist es, wenn der/die Ranger*in die Möglichkeit hat dem Unternehmer und seinen Mitarbeiter*innen die Pflanzen- und Tierarten Vorort zu zeigen und zu erklären, für die die Arbeiten durchgeführt werden.

Die weitestgehend von menschlichen Einflüssen freigehaltenen Waldbereiche des Biosphärengebiets, die Kernzonen, stellen ein besonderes Feld für die Forschung dar. Hier wird beobachtet, welche Pflanzen, Pilze, Vögel und Insekten vorkommen und wie sich ihre Artenzusammensetzung im Laufe der Zeit entwickelt. Es ist notwendig, dass immer auf denselben Standorten die Arten erhoben werden. Daher ist es eine wichtige Aufgabe der Ranger*innen dafür zu sorgen, dass die Flächen für die Biolog*innen zugänglich und auffindbar sind. Sie unterstützen auch bei Aufstellung und Leerung von Käferfallen v.a. in schwierigem Gelände. 

Kontakt Rangerarbeit Naturschutz und Forschung
Daniel Schlemonat
Tel.: 07381 932 938-51
E-Mail: daniel.schlemonat@rpt.bwl.de

Öffentlichkeitsarbeit

Presse, Messe, Fachexkursionen

Die Ranger*innen präsentieren das Biosphärengebiet auf Messen, Märkten und bei Infoveranstaltungen. Zum Beispiel am Stand der Großschutzgebiete auf der CMT, der größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, die jährlich in Stuttgart stattfindet. Außerdem begleiten sie Fachexkursionen im Gebiet und geben immer wieder Interviews für die Presse und auch das Fernsehen.

Ranger beraten das Publikum auf der CMT Messe in Stuttgart.

Ranger auf der CMT Messe © Biosphärengebiet

Die Ranger*innen sind in engem Kontakt mit den Besucher*innen des Biosphärengebietes und berichten gerne über die Besonderheiten des Gebietes, spezielle Projekte und ihre Arbeit. Zur Öffentlichkeitsarbeit gehört aber auch die

Bei verschiedenen Messen (u.a. CMT, Didacta etc.) und Großveranstaltungen (z.B. Hengstparade, Biosphärenmarkt, Kartoffelfest etc.) sind die Ranger*innen mit einem Informationsstand vor Ort. Sie kommen mit den Besuchern und Besucherinnen ins Gespräch und können über das Biosphärengebiet informieren und Werbung für Angebote der Geschäftsstelle machen.

Die lokale Presse sowie verschiedene Radio- und TV-Sender kommen regelmäßig auf das Ranger*innen-Team zu. Es entstehen dadurch immer wieder interessante Beiträge zu den Themen Rangerarbeit, Besucherlenkung und Naturschutz.

An der Geschäftsstelle werden viele Projekte aus vielen verschiedenen Fachbereichen konzipiert und umgesetzt. Immer wieder führen die Ranger*innen Fachexkursionen durch - zu Fuß, per Bus oder sogar mit dem Rad! Gäste können Studierende verschiedener Hochschulen sein, Leiter*innen anderer Großschutzgebiete etc. Die Ranger*innen stellen das Biosphärengebiet und bestimmte Projekte, z.B. aus dem Bereich Biotopverbund oder Landwirtschaft, in Theorie und auf der Fläche vor. Sie beantworten viele Fragen und es entstehen immer interessante Diskussionen.

Hier kann man die Projekte der Geschäftsstelle durchstöbern

Kontakt Öffentlichkeitsarbeit der Ranger*innen:
Steffen Schretzmann
Tel.: 07381 932 938-59
E-Mail: steffen.schretzmann@rpt.bwl.de

Digitales

Rangereinsatz am Computer

Ranger im Büro

Ranger im Büro © Biosphärengebiet

So gern die Ranger und Rangerinnen auch draußen auf Streife sind - einige spannende und wichtige Arbeiten finden vom Schreibtisch aus statt. Dazu gehört zum Beispiel das Teilen von interessanten Informationen und Einsätzen der Ranger*innen auf Social Media aber auch die Verarbeitung von Daten.

... damit Interessierte noch mehr über die Arbeit und den Alltag der Ranger erfahren können, werden regelmäßig Posts in verschiedenen sozialen Medien erstellt.

Facebook

Instagram

Die vielen Informationen und Daten, die die Ranger*innen auf ihren Streifen sammeln müssen aufgearbeitet und z.B. in Kartenmaterial übersetzt werden. Dadurch werden wichtige Grundlagen für weitere Projekte und Aktivitäten der Geschäftsstelle geschaffen!

Kontakt Rangerarbeit „Digitales“:
Carola Brumm
Tel.: 07381 932 938-70
E-Mail: carola.brumm@rpt.bwl.de

Wo sind die Ranger*innen im Biosphärengebiet?

Die Biosphärengebiets-Ranger*innen sind am liebsten draußen unterwegs, aber manchmal gehört auch der Innendienst zum Rangerberuf dazu. Am Wochenende kann man sie auf ihrer Streife antreffen. Sprechen Sie sie an und fragen sie nach aktuellen Besonderheiten im Gebiet oder nach einem Tipp für eine Einkehrmöglichkeit in der Nähe…

Wer sind die Ranger*innen im Biosphärengebiet?

Im Biosphärengebiet gibt es derzeit insgesamt sieben Ranger*innen. Fünf Ranger*innen, welche über die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets tätig sind und - historisch gewachsen - zwei Ranger, die über das Landratsamt im Landkreis Esslingen arbeiten. Die Zusammenarbeit findet über regelmäßigen Austausch statt. Vierteljährlich gibt es ein größeres Treffen und laufend weitere Absprachen nach Bedarf. Bei manchen Landschaftspflegeeinsätzen unterstützen sich die Ranger*innen gegenseitig und Junior Ranger Veranstaltungen werden teils gemeinsam durchgeführt. Mehr zu den Rangern aus dem Landkreis Esslingen.

Factsheet RangerInnen 2022 PDF, 935.3 KB

5 Ranger des Biosphärengebiets

Fünf Ranger der Geschäftsstelle Biosphärengebiet (v.l.n.r.): Daniel Schlemonat, Carola Brumm, Florian Holzschuh, Anna-Naemi Krauß und Steffen Schretzmann © Biosphärengebiet

Freiwilliges Ökologisches Jahr im Ranger*innen Team

Mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) können jungen Menschen im Alter zwischen 16-27 Jahren für unsere Umwelt praktisch tätig sein und gleichzeitig ökologische und umweltpolitische Zusammenhänge kennenlernen. Das geht auch an der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb! Deine Aufgaben sind breit und vielfältig aufgestellt da das Biosphärengebiet sich in einer ständigen und spannenden Weiterentwicklungsphase befindet: Du bist Teil des Ranger*innen-Teams und unterstützt auch das Gesamtteam der Geschäftsstelle bei seiner Arbeit. Klingt interessant für Dich?

Besucher im Biosphärenzentrum schauen sich eine Landkarte an
Ausflugstipps für Besucher © Arnulf Hettrich