Jubiläum 15 Jahre Biosphärengastgeber © Monika Johna
Jubiläum 15 Jahre Biosphärengastgeber © Monika Johna

Haltung, die man schmeckt

Seit 15 Jahren stehen die Biosphärengastgeber für Regionalität und Verantwortung - ein Jubiläumsabend mit klaren Botschaften.

Es geht um mehr als gutes Essen. Es geht um Haltung. Seit 15 Jahren stehen die Biosphärengastgeber für eine Gastronomie, die Regionalität nicht als Trend versteht, sondern als Verpflichtung. Beim Jubiläumsabend im Hotel-Gasthof Post wurde deutlich: Genuss, Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft gehören hier untrennbar zusammen.

Zwischen festlich gedeckten Tischen und angeregten Gesprächen rückten die Gastgeber nicht nur kulinarische Qualität in den Mittelpunkt, sondern auch die Herausforderungen ihrer Branche. Locker und humorvoll führte Alfons Köhler aus Dächingen durch den Abend und freute sich über die zahlreichen Weggefährten, die gekommen waren. Schnell wurde klar, was das Selbstverständnis der Gruppe ausmacht: Der Mensch steht im Mittelpunkt – ob Gast, Gastgeber oder regionaler Erzeuger.

Politische Rückendeckung kam von Dr. Patrick Rapp, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus. Die Biosphärengastgeber stärkten die regionale Wertschöpfung und damit den gesamten Tourismusstandort. „Gute Gastronomie ist das Rückgrat eines funktionierenden Tourismus“, betonte er.

Auch Andrea Bär vom Regierungspräsidium Tübingen unterstrich die doppelte Bedeutung von „Wertschätzung und Wertschöpfung“. Entscheidend sei nicht allein der wirtschaftliche Faktor, sondern vor allem die konsequente Regionalität der Produkte, die der Region Profil gebe.

Einen symbolischen Akzent setzte Eva Rühle, stellvertretende DEHOGA-Landesvorsitzende. Der 15. Jahrestag werde als „Glashochzeit“ bezeichnet – ein Bild für Klarheit und Transparenz. Die Gemeinschaft sei gewachsen, doch müsse auch sie weiter gepflegt und entwickelt werden.

Mit Blick in die Zukunft zeigte sich Münsingens Bürgermeister Mike Münzing optimistisch. Besonders freue ihn, dass an vielen Tischen bereits die nächste Generation Platz genommen habe. „Das ist Nachhaltigkeit“, sagte er. Der Wandel sei deutlich spürbar: „Früher ging man auf die Alb, um viel und billig zu essen – heute wegen der Qualität.“

Neben aller Feierlichkeit wurden auch Herausforderungen benannt. Marianne Kuhnke von der IHK Reutlingen berichtete von sinkenden Bewerberzahlen aus der Region. Der Anteil internationaler Auszubildender steige, Ausbildungsbetriebe benötigten mehr Unterstützung.

Claudia Rist, stellvertretende Geschäftsführerin des Schwäbische Alb Tourismusverband, verwies zudem auf die Bedeutung der Digitalisierung. Um die Destination „Schwäbische Alb“ national und international sichtbarer zu machen, führe daran kein Weg vorbei.

Am Ende des Abends blieb mehr als der Eindruck eines gelungenen Jubiläums. Die Biosphärengastgeber verstehen sich nicht nur als Gastronomen, sondern als Botschafter ihrer Region. Ihre Botschaft: Wer Verantwortung übernimmt, schafft Qualität – und die schmeckt man.

Weitere Infos zu den Biosphärengastgebern unter: https://www.biosphaerengastgeber.de/