Neuntöter auf einer Blume
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Neuntöter (Lanius collurio) © Dietmar Nill
Sound © Günter Tembrock – Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde Berlin

Neuntöter

Artentyp

Vogel

Lebensraum

Offenland

Bestandssituation

nicht gefährdet

Geschichte

Seinen brutal klingenden Namen erhielt der Neuntöter (Lanius collurio) aufgrund seines Beuteverhaltens. Als Nahrungsreserve beziehungsweise zur Bearbeitung spießt er Insekten, kleine Vögel oder Mäuse auf Dornen oder spitze Zweige auf.
 

Aussehen

Das Männchen des Neuntöters ist vor allem durch seinen auffälligen schwarzen Augenstreif und seinen grauen Oberkopf und Nacken, der sich deutlich von den rostroten Rücken- und Flügelpartien abhebt, leicht erkennbar. Weibchen und Junge sind demgegenüber eher unscheinbar. Beide besitzen einen braunen Augenstreif, einen rostroten Oberkopf und Rücken. Die Unterseite und Flanken sind hell mit dunkelbraunen Bogenlinien.
 

Neuntöter

Neuntöter © Dietmar Nill
 

Vorkommen

Die Vögel sind bei uns häufig in halboffenen, reich strukturierten Landschaften vertreten. Hier bewohnt er vor allem trockene und sonnige Landstriche mit ausgedehnten Busch- und Heckenbeständen. Auch an buschreichen Waldrändern und in Feldgehölzen trifft man ihn an. Der Neuntöter ist in der borealen, gemäßigten und mediterranen Zone von Nord-Spanien und West-Europa bis Kasachstan verbreitet. Das Areal in Mitteleuropa umfasst das Tiefland und Tallandschaften bis hin zu vereinzelten subalpinen Regionen.
 

Gefährdung

Lebensraumveränderungen und der Verlust an geeigneten Brutmöglichkeiten durch eine sukzessive Ausräumung der Landschaft und die Beseitigung von Hecken und Gebüsch, der Umbruch von Grünland und Heideflächen, die weiter fortschreitende Zersiedelung der Landschaft, und der Biozid- und Düngemitteleinsatz reduzieren weiterhin die Zahl geeigneter Brutplätze und das Nahrungsangebot. Der Neuntöter gilt als nicht gefährdet, wird aber im Rahmen der Vogelschutzrichtlinie europarechtlich besonders geschützt.
 

Neuntöter beim Füttern

Neuntöter © Dietmar Nill
 

Was kann ich zum Schutz des Tieres selber tun?

Erhalt und Entwicklung reich strukturierter Heckenlandschaften fördern. Verringerung des Einsatzes von Insektiziden, Herbiziden und Düngemitteln in der Kulturlandschaft. Förderung von extensiv genutztem Grünland, Streuobstgebieten, Brachen, natürlichen Waldsäumen und Trockenstandorten, z.B. durch den Einkauf regionaler Produkte.

Artensteckbrief barrierefrei Neuntöter PDF, 385.2 KB

Herausgeber

Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Referat 58 - Regierungspräsidium Tübingen
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