Der Berglaubsänger sitzt auf einem Mistelzweig
Berglaubsänger © Bernhard Etspüler

Artenschutz durch den Lichtwald

Offene, mit kleinen oder größeren Lichtungen durchsetzte Wälder sind in Baden-Württemberg besondere Orte räumlich konzentrierter Artenvielfalt, sie sind Lebensraum für spezialisierte und zum Teil hochgradig gefährdete Organismen (z.B. Berglaubsänger - Abbildung rechts, verschiedene Schmetterlinge). Solche Waldstrukturen sind aufgrund veränderter Waldbewirtschaftung und Nährstoffeinträgen aus der Atmosphäre natürlicherweise kaum mehr zu finden. Die Schwäbische Alb zählt zu den wenigen Naturräumen im Land, in denen sich Reliktpopulationen der hochgradig gefährdeten Lichtwaldarten erhalten haben. Diese meist nur noch sehr kleinen und bereits stark isolierten Restvorkommen sind fast ausnahmslos unmittelbar vom Aussterben bedroht.

Für Lichtwaldarten am Albtrauf des Landkreises Esslingen wurde 2017 ein Entwicklungskonzept erarbeitet. Es entstand in enger Abstimmung mit den Naturschutz- und Forstbehörden auf Grundlage vorliegender Untersuchungen (Biodiversitätscheck Phase I).  Es liefert die Grundlage für die Ziele und Vorgehensweise im hier vorgestellten Folgeprojekt:

  • Lichtwaldkonzeption auf das Gesamtgebiet des Biosphärengebiets Schwäbische Alb ausweiten, Schwerpunkte auf natürlicherweise trockene und lichte sowie anthropogen gelichtete Waldstandorte.
  • Umsetzung von Waldöffnungen, dabei Fokussierung auf Flächen mit noch bestehenden Reliktvorkommen der Zielarten für Dauerpflege. Hier auch Prüfung der Möglichkeiten der Waldweide zur nachhaltigen Offenhaltung.
  • Dauerhafte Etablierung der Lichtwaldflächen über die Forsteinrichtung, im Kommunalwald ist ggfs. die Generierung von Ökopunkten möglich.

Das Projekt wird finanziert vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft im Rahmen des Sonderprograms zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Es hat eine Laufzeit von Frühjahr 2021 bis Winter 2023.

 

Bergkronwicken-Widderchen

Elegans-Widderchen

Berglaubsänger

Alpenbock

Projekteindrücke